Mittwoch, 09. März 2016

Seit Jahresbeginn 9.307 Flüchtlinge in Italien angekommen

Seit Jahresbeginn sind 9.307 Flüchtlinge in Italien eingetroffen. Im Vergleichszeitraum 2015 waren es 9.117, teilte der Staatssekretär im Innenministerium, Domenico Manzione, am Mittwoch mit.

Derzeit versorgt Italien 107.000 Flüchtlinge, wie Manzione mitteilte. Wegen der Grenzschließung der Balkanroute rechnet Rom mit einem starken Zuwachs bei den Flüchtlingsankünften über das Mittelmeer.

Daher soll die Zahl der Unterkünfte für Asylsuchende um mindesten 10.000 Plätze aufstockt werden. Manzione klagte über mangelnde Kooperationsbereitschaft seitens der italienischen Gemeinden. Lediglich 800 von 8.000 Kommunen hätten sich zur Flüchtlingsaufnahme bereit gezeigt.

Waren 2014 170.000 Migranten über das Mittelmeer in Italien eingetroffen, so sank diese Zahl 2015 auf 153.842. Die meisten Flüchtlinge, die 2014 Süditalien erreichten, stammen aus Nigeria, Gambia, Senegal, Marokko und Somalia. Im Vorjahr hatten vor allem Menschen aus Syrien und Eritrea Italien erreicht.

2014 hatten 64.000 Personen in Italien einen Asylantrag gestellt, 2015 waren es schon 80.000, was einem Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, wie der Staatssekretär berichtete. Vom 1. Jänner bis zum 4. März 2016 seien bereits weitere 16.080 Asylanträge gestellt worden. „Dieses Jahr wird die Zahl der Asylanträge voraussichtlich auf über 80.000 klettern“, warnte Manzione. Angesichts der geschlossenen Balkanroute bestehe die akute Gefahr, dass sich die Migrationswelle auf die Adria zwischen Albanien und der süditalienischen Region Apulien verlagere.

Manzione dementierte, dass die italienische Regierung sogenannte Hotspots zur Flüchtlingsregistrierung in Kärntens Nachbarregion Friaul-Julisch Venetien plane. „Wir dachten an eine Flüchtlingseinrichtung. Es handelte sich jedoch nur um einen vagen Plan und bestimmt nicht um einen Hotspot“, versicherte Manzione. Derzeit seien vier Hotspots in Süditalien in Betrieb.

Manzione klagte über wenig Unterstützung seitens der EU bei der Rückführung der Migranten. „Die Heimführungen müssten auf europäischer Ebene in Zusammenarbeit mit den Herkunftländern organisiert werden“, so Manzione. Auch die Umverteilung der Flüchtlinge auf andere EU-Länder komme nur schleppend voran. „Italien hat 300 Flüchtlinge in andere EU-Länder geflogen, weitere 400 sollen demnächst abfahren. Wenn alles gut läuft, werden 1.000 Flüchtlinge bis Ende dieses Jahres Italien verlassen haben. Das sind nicht viele, wenn man die 150.000 Ankünfte des vergangenen Jahres berücksichtigt“, kommentierte Manzione.

apa

stol