Innerhalb der kommenden drei Jahre müssen demnach alle Körperschaften des Dritten Sektors, die im sogenannten RUNTS eingetragen sind, kontrolliert werden. Beim Land rechnet man damit, dass mit dieser Kontrolltätigkeit Ende diesen Jahres gestartet werden wird. <BR /><BR />„Noch nicht ganz klar ist derzeit, wer diese Kontrollen durchführen kann“ weiß Ulli Seitz vom DZE. Dass ein „Prüfer“ die öffentliche Hand, und da konkret das zuständige Landesamt für Freiwilligenwesen und Solidarität sein könne und werde, stehe zwar laut Seitz schon fest. „Aber nicht, wer sich zusätzlich dafür akkreditieren kann – und unter welchen Voraussetzungen“, präzisiert Seitz. Daran, so der DZE-Chef, arbeite derzeit noch eine Arbeitsgruppe in Rom. <BR /><BR />Sein Dienstleistungszentrum würde das jedenfalls gerne übernehmen. „Wenn die Akkreditierung klappt, können wir die Kontrollen allerdings nur für unsere rund 500 Mitglieder durchführen“, stellt er klar. Für die wäre diese Lösung dann aber auf jeden Fall eine sehr gute: „Wir machen ja die Beratung für diese Körperschaften, kennen sie gut und haben auch jede Menge Unterlagen von ihnen schon im Haus. Das wäre für unsere Mitglieder schon eine Erleichterung“, unterstreicht Seitz. Auch wenn die physischen Personen – Berater und Kontrolleur – natürlich verscheiden sein müssen: „Der gleiche Steuerberater, der einem verein hilft, seine Bilanz zu erstellen, kann diese natürlich nicht hinterher selber kontrollieren.“<BR /><BR />Insgesamt mahnt Seitz zur Ruhe: „Die Kontrolltätigkeit ist kein Grund zu Panik. Wer als Körperschaft des Dritten Sektors bisher schon um öffentliche Beiträge ansucht, muss sowieso damit rechnen, in die reguläre Stichprobe von sechs Prozent der Ansucher zu kommen – und sollte daher eh alles an Unterlagen parat haben.“ Und da fällt schon einiges an: Bilanz, Abrechnungen, Versicherungsnachweise, Freiwilligenregister, Anwesenheitslisten und Protokolle... Südtirols Vereine und Co können eh ein Lied davon singen. <BR /><BR />„Nun ist halt auch das noch zu machen“, sieht es Seitz gelassen. Und hat auch ein gewisses Verständnis dafür: „Diese Körperschaften erhalten u.a. steuerliche Vorteile. Nun will Rom sicherstellen, dass tatsächlich alle die dafür nötigen Voraussetzungen erfüllen und alles seriöse gehandhabt wird. Es geht immerhin um sehr viel Geld, etwa aus den Fünf-Promille-Zuweisungen.“ Der Staat wolle daher einen Nachweis über Art und Ausmaß der Tätigkeit einsehen und sicherstellen, das nichts zweckentfremdet wird. <BR /><BR />Das Kontroll-Dekret, auch das unterstreicht Seitz, gelte immerhin für ganz Italien. Seitz weist in diesem Zusammenhang auch noch einmal darauf hin, dass Südtirols Körperschaften des Dritten Sektors auch eine nicht zu unterschätzende Rolle als Arbeitgeber hätten: „Im Dritten Sektor sind bei uns immerhin 9000 Menschen fix beschäftigt, das wird oft vergessen.“<BR /><BR />Das staatliche Vorhaben ist dabei allerdings auch reichlich ambitioniert. Allein in Südtirol sind 2500 Körperschaften des Dritten Sektors betroffen – und damit innerhalb der kommenden drei Jahre einmal zu kontrollieren. Es könnte also dauern...<BR /><BR />Dennoch empfiehlt Ulrich Seitz schon jetzt: „Jemand im Verein sollte den Überblick über alle Unterlagen und die wichtigsten Dokumente griffbereit haben. Eine gescheite Ablage ist hier Gold wert. Und ansonsten: Keine Panik!“