Sonntag, 19. Februar 2017

Seoul sieht Nordkorea hinter Tod von Kim Jong-nam

Das mutmaßliche Giftattentat auf den älteren Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un geht nach Überzeugung Südkoreas auf das Konto des verfeindeten Regimes in Pjöngjang.

Foto: © APA/AFP

Weil mittlerweile fünf Verdächtige in dem Fall als Nordkoreaner identifiziert worden seien, „geht die Regierung davon aus, dass Nordkoreas Regime hinter dem Vorfall steckt“, sagte der Sprecher des Vereinigungsministeriums, Jeong Joon Hee, am Sonntag in Seoul.

Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Man wolle weitere Ermittlungen der malaysischen Polizei zum Tod von Kim Jong Nam abwarten, hieß es aus seiner Behörde.

Zuvor hatte die Polizei in Malaysia angegeben, es werde nach vier weiteren Verdächtigen gesucht. Die Gesuchten stammten aus Nordkorea und hätten Malaysia noch am Tag von Kims Tod verlassen. Ein Nordkoreaner war nach Berichten malaysischer Medien am Freitag festgenommen worden.

Kim war am vergangenen Montag auf dem Flughafen von Kuala Lumpur getötet worden. Die Autopsie der Leiche ergab bislang keine genaue Todesursache. Der 45-Jährige wollte nach Macau fliegen.

In der zurückliegenden Woche waren auch zwei Frauen, eine 29-Jährige mit indonesischem Pass und eine 28-Jährige mit Papieren aus Vietnam, als Hauptverdächtige sowie ein Malaysier festgenommen worden. Bei den Frauen wird spekuliert, dass sie Agentinnen des nordkoreanischen Geheimdienstes sind.

dpa

stol