Dienstag, 19. Dezember 2017

Sexuelle Ausbeutung von Nigerianerinnen: Festnahmen

Erneut hat die italienische Polizei mehrere Verdächtige im Süden des Landes festgenommen, die junge Nigerianerinnen in die Prostitution gezwungen haben sollen. Dem Italiener und den sechs Nigerianern werde unter anderem Menschenhandel und Versklavung sowie sexuelle Ausbeutung vorgeworfen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag.

Viele junge Nigerianerinnen werden in Italien in die Prostitution gezwungen. Bild: Symbolbild
Viele junge Nigerianerinnen werden in Italien in die Prostitution gezwungen. Bild: Symbolbild - Foto: © shutterstock

Die Männer sollen einer „strukturierten und gefährlichen kriminellen Vereinigung“ in Italien mit Verbindungen nach Libyen und Nigeria angehören. Die Frauen seien mit Voodoo-Ritualen gefügig gemacht worden, berichtete Ansa. Wie in anderen Fällen hätten die Verdächtigen die Frauen schwören lassen, die Überfahrt von Afrika nach Europa zurückzubezahlen, sobald sie in Italien ankommen. Die „Schulden“ für die Überfahrt hätten jeweils 30.000 Euro betragen.

Viele nigerianische Frauen, die über Libyen nach Europa kommen, werden Opfer von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hält 75 Prozent der 11.000 Nigerianerinnen, die im vergangenen Jahr Italien erreichten, für möglicherweise betroffen. Eine genaue Zahl zu ermitteln und den Opfern zu helfen, erweist sich schwierig, weil sich viele Frauen fürchten, über ihr Schicksal zu reden.

apa/dpa

stol