Freitag, 05. Januar 2018

„Sicherheit ein roter Faden“

Claudio Zorzi, Präsident der Landesberufskammer der Skilehrer, im Gespräch über die gegenwärtigen Herausforderungen und die Zukunft der Südtiroler Skilehrer.

Skifahren lernen mit Spaß? – Mit Südtirols Skilehrern ist das Programm
Skifahren lernen mit Spaß? – Mit Südtirols Skilehrern ist das Programm

Worauf wird in der Ausbildung der zukünftigen Skilehrer besonderer Wert gelegt?

Claudio Zorzi (i.B.): Zur den einwandfreien technischen Kenntnissen des Ski- Langlauf- und Snowboardens, sind  Methodik und Didaktik Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen und guten Lernerfolg beim Skiunterricht. Da 80 Prozent der Kunden in den Skischulen Kinder sind, wird in der Ausbildung besonders Augenmerk auf die fach- und kindesgerechte didaktische Ausbildung der Skilehrer im Unterricht mit Kindern gelegt, so dass diese das Erlernen des Skifahrens spielerisch erleben. Auch in der Weiter- und Fortbildung erhalten die Skilehrer didaktische Informationen zum Kinderskiunterricht. Im Spezialisierungskurs „Kinderunterricht“ können sie ihr Wissen vertiefen und in praktischen Beispielen während der Saison einüben. Mittlerweile gibt es fast 200 spezialisierte Kinderskilehrer in Südtirol.

Welche Rolle spielt  Sicherheit in der Aus- und Fortbildung?

Das Thema Sicherheit zieht sich in den verschiedenen Themenbereichen wie ein roter Faden durch die gesamte Ausbildung. Neben den Erste-Hilfe-Kursen, werden die Aspekte der Schnee– und  Lawinenkunde, der Wetterkunde, der Risiken beim Skifahren im freien Gelände , des Verhaltens auf Skipisten, beim Liftfahren, rechtliche Aspekte und Haftung des Skilehrers im Unterricht, richtiger Umgang und Wartung der Geräte in Theorie und Praxis gelehrt. Auch bei den Fortbildungskursen, die alle zwei Jahre für höchstgeprüfte Skilehrer Pflicht sind, werden die Themen der Sicherheit  bzw.  die neuesten technischen Entwicklungen aufgefrischt.

Wie wird man Skilehrer?

Die Landesberufskammer der Skilehrer führt im Auftrag der Autonomen Provinz Bozen die Skilehrerausbildung durch. Für die Ausbildung zum Skilehrer sind vom Gesetz 90 Tage vorgesehen. Der Einstieg in den ersten Ausbildungskurs zum Skischulassistenten ist nach dem Bestehen einer technischen Aufnahmeprüfung  möglich (Anmeldung: Mitte Jänner bis Mitte Februar, siehe www.snowsport.bz.it). Nach 20 Tagen Ausbildung und den bestandenen theoretischen- praktischen und didaktischen Prüfungen, kann der Kandidat als Skischulassistent bereits in einer Skischule arbeiten. Um die zwei weiteren Ausbildungsmodule (70 Tage) zum höchstgeprüften Skilehrer besuchen zu können, muss der Kandidat einen weiteren technischen Aufnahmetest erfolgreich bestehen. Nach  90 Tagen Ausbildung mit erfolgreichen Abschlussprüfungen erwirbt man den staatlichen Skilehrertitel.

Gibt es genügend Skilehrernachwuchs in Südtirol?

Zur Zeit werden 300  Skilehrer in den verschiedenen Disziplinen Ski Alpin, Snowboard und Langlauf ausgebildet, über 2000 Skilehrer sind es, die in den 61 Skischulen Südtirols im Einsatz sind. In Spitzenzeiten, Weihnachten, Fasching, Ostern, reicht das Kontingent nicht immer aus, um der Nachfrage der Gäste gerecht zu werden. Seit Jahren bemüht sich die Landesberufskammer der Skilehrer durch Zusatzausbildungen der eigenen Mitglieder zum Mountain-Bike-Führer und Wanderleiter den Beruf des Skilehrers auf einen Ganz-Jahres-Beruf auszuweiten, einen Outdoor-Experten auszubilden.

stol