Donnerstag, 14. April 2016

"Situation pervers": HRW will griechische Hotspots öffnen

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) verurteilt die Internierung von Flüchtlingen und Migranten in den „Hotspots“ der griechischen Inseln.

Als "pervers" bezeichnet die Human Rights Watch die Situation an den griechischen Hotspots.
Als "pervers" bezeichnet die Human Rights Watch die Situation an den griechischen Hotspots. - Foto: © APA/AFP

„Durch die EU-Politik, die in Griechenland umgesetzt wird, werden Menschen eingesperrt, die vor IS-Terror, vor Taliban und Bomben der syrischen Regierung geflohen sind“, erklärte die Griechenland-Expertin der Organisation, Eva Cosse.

„Wenn – wie auf den griechischen Inseln – Alternativen zur Internierung existieren, gibt es keinen juristischen oder moralischen Grund, Asylsuchende festzuhalten“, so Cosse. In den ersten beiden Aprilwochen haben HRW-Vertreter die Zustände auf Chios und Lesbos begutachtet und mit den Migranten gesprochen.

In den „Hotspots“ werden demnach unzählige Menschen mit besonderen Bedürfnissen festgehalten, darunter Mütter mit Kleinkindern, Schwangere, unbegleitete Minderjährige, alte Menschen und solche mit physischen und psychischen Problemen.

Die Lager seien überfüllt, die hygienischen Zustände seien sehr schlecht und die ärztliche Versorgung kaum gegeben. „Die aktuelle Situation für verzweifelte Asylsuchende in Griechenland ist pervers“, kritisierte Eva Cosse.

apa/dpa

stol