Sonntag, 15. Oktober 2017

Smolensk-Absturz: Flugschreiber soll Explosion aufgezeichnet haben

Die nationalkonservative Regierung der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hatte vor anderthalb Jahren eine neue Untersuchungskommission zu dem Unglück eingesetzt. Russische Ermittler hatten im Jahr 2011 einen Sprengstoffanschlag ausgeschlossen.

In den Aufzeichnungen eines der beiden Flugschreiber wurde der Hinweis auf eine Explosion entdeckt.
In den Aufzeichnungen eines der beiden Flugschreiber wurde der Hinweis auf eine Explosion entdeckt. - Foto: © LaPresse

Der Absturz des Präsidentenflugzeugs im russischen Smolensk vor mehr als sieben Jahren beschäftigt weiter die polnische Öffentlichkeit. „Wir haben in den Aufzeichnungen eines der beiden Flugschreiber den Moment einer Explosion entdeckt“, sagte der polnische Verteidigungsminister Antoni Macierewicz nach einem Bericht des Fernsehsenders TVP Info vom Sonntag. Diese Explosion habe das Flugzeug letztlich zerstört.

Man werde die Stelle nun weiter analysieren, um alle anderen Interpretationsmöglichkeiten auszuschließen, sagte Macierewicz. Der endgültige Untersuchungsbericht werde Ende Frühjahr 2018 vorgelegt.
Die nationalkonservative Regierung der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hatte vor anderthalb Jahren eine neue Untersuchungskommission zu dem Unglück eingesetzt. Russische Ermittler hatten im Jahr 2011 einen Sprengstoffanschlag ausgeschlossen. Sie gaben den polnischen Piloten die Hauptschuld an dem Absturz der dreistrahligen Tupolew Tu-154, weil diese die Landung trotz schlechter Sichtverhältnisse gewagt hätten.

Bei dem Absturz am 10. April 2010 starben 96 Menschen, darunter auch der polnische Präsident Lech Kaczynski, der Zwillingsbruder des PiS-Chefs Jaroslaw Kaczynski. Die Delegation war auf dem Weg nach Katyn, um den Opfern eines stalinistischen Massakers an polnischen Offizieren im Zweiten Weltkrieg zu gedenken.

dpa

stol