<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Zeigen Welpen und Junghunde wertvolle Momente, können Hundehalter diese hervorragend bestätigen, wenn sie das tägliche Futter im Training nutzen. Heißt, statt jede Mahlzeit einfach aus der Schüssel zu geben, kann der Hund einen großen Teil seiner Rationen im Alltag „erarbeiten“. Das ist natürlich, sinnvoll und sorgt dafür, dass gutes Verhalten von Anfang an gefestigt wird. <BR /><BR /><b>Warum sollten Hundehalter die Mahlzeiten ihres Hundes ins Training einbauen?</b><BR />Lisa Holzner: Man muss seinen Vierbeiner sowieso füttern – warum also nicht als Belohnung einsetzen? Am besten nimmt man etwas Futter mit auf den Spaziergang. Dann kann man seinen Hund belohnen, wenn er: an lockerer Leine läuft,von selbst Kontakt zu einem sucht, in der Nähe bleibt,in Hundebegegnungen ruhig bleibt,oder ein Verhalten zeigt, das man gerade übt oder das einem gefällt.Da Welpen noch sehr viel richtig machen, kann man mit Marker, Lob und Futter genau dieses Verhalten festigen. Das sorgt für einen leichten, verständlichen Einstieg ins Lernen und macht die erste Zeit für den Hund besonders angenehm. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1251915_image" /></div> <BR /><b>Wie kann man Futter beim Spaziergang und im Alltag sinnvoll nutzen?</b><BR />Holzner: Welpen haben einen natürlichen Folgetrieb und bleiben gern beim Menschen. Das kann man besonders gut nutzen, indem man Nähe und Aufmerksamkeit bestätigt. Auch wenn man eine Schleppleine verwendet, bleibt das Prinzip gleich: Immer, wenn der Hund sich in der Nähe befindet oder Blickkontakt aufnimmt, bekommt er ein Futterstück. Pausen sind ebenfalls wichtig. Man sollte sich also zwischendurch hinsetzen oder einfach mal stehen bleiben – so lernt der Hund, dass Ruhe dazugehört. Übungsstationen geben Struktur und Sicherheit. Kurze, einfache Übungen helfen dem Hund, sich zu orientieren und am Menschen zu bleiben. Zu Hause angekommen, kann die restliche Futterration: im Schnüffelteppich, im Garten, in Futterspielzeugen, oder in leeren Klopapierrollen (sofern der Hund sie nicht frisst) gegeben werden. So bleibt der Vierbeiner geistig beschäftigt, wird müde und zufrieden – und hat trotzdem seine reguläre Mahlzeit erhalten. <BR /><BR /><b>Welche Rolle spielen Suchspiele – und was ist beim Futterplan wichtig?</b><BR />Holzner: Suchspiele helfen dem Hund, Stress abzubauen und die Umgebung positiv wahrzunehmen. Sie eignen sich besonders: in aufregenden Situationen,wenn die Umgebung hektisch ist, bei Hundebegegnungen, oder einfach zwischendurch. Das Suchen beruhigt, fordert und macht Spaß – und man kann dafür ganz normales Futter verwenden. <BR /><BR /><b>Gilt das nur für junge Hunde?</b><BR />Holzner: Nein, auch erwachsene und alte Hunde profitieren enorm von Suchspielen und kleinen Aufgaben. Sie können diese Art der Beschäftigung meist bis ins hohe Alter problemlos ausführen. Grundsätzlich gilt: Diese Art der Futterbeschaffung sollte ein Leben lang beibehalten werden. Sehr gut eignet sich dafür auch die Suche nach dem Futterbeutel. Sie fordert mental, stärkt die Zusammenarbeit und macht dem Hund in jedem Alter Freude. Natürlich dürfen auch einmal besondere Leckerlis verwendet werden. Sie haben einen höheren Stellenwert, wenn der Hund sein normales Futter nicht einfach „für nichts“ bekommt und zusätzlich noch große Mengen Kekse erhält. So bleiben besondere Belohnungen wirklich etwas Besonderes – und damit viel wertvoller.<BR /><BR /><embed id="dtext86-72773098_listbox" />