<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Vielfach lassen sich Kaninchen nicht von Anfang an streicheln. Besonders wenn sie aus einer schlechten Haltung stammen, sind sie anfangs misstrauisch oder sogar ängstlich. Vielleicht wurden sie zu grob, zu oft oder falsch hochgehoben, etwa am Nackenfell oder an den Ohren. Vielleicht hatten sie wenig oder keinen Kontakt zu Menschen. Vor allem dann heißt es, viel Geduld mitzubringen. Dann kann man jedes Kaninchen zumindest so weit zahm bekommen, dass man es aus der Hand füttern kann.<h3> Ankommen</h3>Zuerst brauchen die Kaninchen Ruhe. Es kann sein, dass sie sich anfangs zurückziehen oder verstecken. Das ist in Ordnung. Auf keinen Fall sollte man ihnen Kontakt aufdrängen. Sobald sie anfangen, sich zu putzen, sich auszustrecken oder etwas zu fressen, kann man mit der Kontaktaufnahme beginnen. Das muss langsam geschehen, damit die Tiere merken, dass man keine Gefahr darstellt. Am besten setzt man sich mehrmals mit etwas Futter im Gehege auf den Boden in die Nähe der Tiere und wartet ab, bis sie irgendwann selbst auf einen zukommen. Das kann einige Tage dauern, bei ängstlichen Kaninchen aber auch deutlich länger. Geduld wird meist belohnt. <BR /><BR />Irgendwann nähern sich die Tiere und wenn sie einem so weit vertrauen, dass sie aus der Hand fressen, kann man beginnen, sie vorsichtig zu berühren und schließlich zu streicheln. Weichen sie zurück, war es zu früh und man muss ihnen mehr Zeit geben. Wichtig: Es ist immer zu vermeiden, Kaninchen zu bedrängen, in den Arm zu nehmen oder sie festzuhalten!<h3> Richtig streicheln</h3>Frisst das Kaninchen aus der Hand, kann man es problemlos streicheln. Dabei ist jedes Tier individuell: Manche mögen es, über die Stirn gestreichelt zu werden, andere am Rücken. Mit der Zeit findet man die Lieblingsstellen heraus. Streicheln sollte man sanft und immer mit, nie gegen die Wuchsrichtung des Fells. Die Nase, das Hinterteil und den Bauch sollte man vermeiden. Ebenso Stellen, an denen die Kaninchen empfindlich sind oder zurückschrecken. Wichtig: Wenn ein Tier nicht gestreichelt werden möchte, sollte man das auch respektieren! <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1360596_image" /></div> <BR /><BR />Bleibt es auch nach längerer Zeit ängstlich, macht man vermutlich etwas falsch. Beachten sollte man daher, dass man keinen Lärm macht oder die Kaninchen falsch anfasst. Um ein Kaninchen zu streicheln, sollte man es nicht hochheben. Dennoch ist es wichtig, das Kaninchen auch daran zu gewöhnen, falls ein Tierarztbesuch etc. ansteht.<h3> Richtig hochnehmen</h3>Sind die Kaninchen an Menschen gewöhnt und lassen sie sich streicheln, kann man das richtige Hochnehmen üben. Anfangs kann man sanft, zuerst vorne und dann hinten, jeweils nur für wenige Sekunden hochheben. Dazu fasst man vorne hinter die Vorderbeine und hinten unter die Hinterbeine. Sie werden dabei mit Futter belohnt und abgelenkt. Wenn sie sich gut anheben lassen, folgt der nächste Schritt. Dann kann man sie hochheben, indem man sie sanft, aber rasch hochhebt und möglichst schnell zum Körper führt. <BR /><BR />Nackengriff und Ohrengriff sind verboten! Zudem sollte man Kaninchen nie einfach ohne Grund hochheben oder gar herumtragen. Das bedeutet Stress pur für die Fluchttiere. Absolut zu vermeiden ist es auch, die Tiere auf den Rücken zu legen und wie ein Baby zu halten. Dies sollte man vor allem Kindern früh beibringen.