<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Wir wissen, dass es oft gar nicht stimmt – und doch nehmen wir es immer wieder an: Viel hilft viel. Damit Medikamente, Interventionen, Strategien, Techniken oder irgendwie sonst geartete Mittel etwas bewirken, sollten sie möglichst pompös und spektakulär daherkommen. <BR /><BR /> Dies gilt natürlich auch dann, wenn es darum geht, die manchmal am seidenen Faden hängende innere Stabilität nicht zu verlieren. Dafür braucht es zumindest die perfekte Morgenroutine, wenn nicht gleich eine komplette Rundum-Revolution in der Gestaltung des Alltags. Sonst kann es ja nichts werden. Oder?<BR /><BR /> Falsch gedacht. Denn Balance und Ausgeglichenheit entstehen nicht durch viel Aufhebens, sondern durch kleine, bewusste Entscheidungen, die innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde getroffen und in wenigen Minuten umgesetzt sind. Der Effekt, den sie nach sich ziehen, ist dafür aber umso größer. <BR /><BR /><BR /><b>Auf den Körper konzentrieren:</b> Auch wenn wir Probleme gerne ausschließlich mit dem Kopf lösen möchten, beeinflusst unser körperlicher Zustand maßgeblich, wie wir denken und fühlen. Wer unter Stress steht, atmet meist flacher, spannt unbewusst Muskeln an und bewegt sich hektischer. Unser Gehirn registriert diese Signale und interpretiert sie als Hinweis darauf, dass Gefahr besteht. Genau deshalb können bereits kleine körperliche Veränderungen eine erstaunlich große Wirkung haben: ein langsamer, bewusster Atemzug, ein Lockerlassen der Schultern, ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft. Das sind Dinge, die zwar banal erscheinen mögen, unserem Nervensystem jedoch signalisieren: Es besteht kein Grund zur Panik.<BR /><BR /><BR /><b>Den Fokus verlagern:</b> In stressigen Phasen richten wir unsere Aufmerksamkeit oft automatisch auf all das, was noch erledigt werden muss, was schieflaufen könnte oder was uns Sorgen bereitet. Dadurch verstärken wir den inneren Druck zusätzlich. Nicht alles, was laut ist, ist aber auch wichtig. Umso hilfreicher kann es sein, den Fokus bewusst neu auszurichten: Was ist jetzt gerade wirklich relevant? Was kann warten? Und worauf möchte ich meine Energie lenken? Schon dieses kleine Sortieren schafft oft mehr Ruhe und Klarheit.<BR /><BR /><BR /><b>Für einen Moment aus dem Fluss steigen:</b> Viele von uns funktionieren nahezu pausenlos. Jeder freie Moment wird gefüllt – mit Informationen, Gesprächen oder Ablenkung. Unser Gehirn bekommt dadurch kaum noch Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen und Erlebtes zu verarbeiten. Umso wertvoller sind kleine Inseln im Alltag, in denen wir kurz innehalten: zwei Minuten Stille, ein Kaffee ohne Handy, eine kurze Pause zwischen zwei Terminen, in der die Konzentration ausschließlich auf den Atem gelenkt und das Hier und Jetzt in den Mittelpunkt gerückt wird. Selbstführung bedeutet nämlich nicht, jederzeit gelassen und souverän zu bleiben, sondern zu erkennen, wann der innere Akku langsam leer wird, im richtigen Augenblick innezuhalten und so den Weg zurück ins Gleichgewicht zu finden. <h3> Zur Person</h3><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.