<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Ein Maulkorb ist nicht nur ein Tool für aggressive Hunde – jeder Hundehalter sollte einen besitzen, schließlich herrscht hierzulande Maulkorbpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und auch beim Tierarzt, nach einem Unfall oder nach einer Verletzung kann er wichtig sein. <BR /><BR />Da solche Momente oft plötzlich eintreten können, ist es wichtig, den Vierbeiner frühzeitig daran zu gewöhnen. Das Training muss schrittweise aufgebaut werden. Nur dann ist der Maulkorb ein Hilfsmittel, das den Alltag erleichtern kann. <BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/panorama/so-finden-sie-den-richtigen-maulkorb-fuer-ihren-hund" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Wie Sie den richtigen Maulkorb finden, lesen Sie hier.</a><BR /><BR />Für jeden Schritt sollte man sich mehrere Trainingstage in Folge einplanen. Jede Übungseinheit dauert anfangs nur Sekunden, später Minuten. <BR /><BR /><b>Schritt 1:</b> Man nimmt weiche Leckerlis, eine Schlecktube, Leberwurst oder Ähnliches und gibt die Belohnung von vorne durch den Korb. Zu Beginn sollte sie leicht erreichbar sein. Der Hund steckt also seine Schnauze in den Korb und wird mit Futter belohnt. Anschließend nimmt man den Maulkorb weg und wiederholt die Übung nach einigen Minuten.<BR /><BR />Wer mit dem Clicker vertraut ist, kann die Belohnung auch in der Hand halten oder auf dem Tisch daneben platzieren. Sobald die Schnauze des Hundes den Maulkorb berührt, clickert man und belohnt ihn umgehend.<BR /><BR />Ist der Hund routiniert, wird er dafür belohnt, wenn er die Schnauze ganz in den Maulkorb steckt. Es ist wichtig, dass der Hund das Tempo bestimmen darf. Das heißt: Der Korb wird ihm nie aktiv aufgesetzt, die Schnauze wird nicht hineingedrückt und der Riemen wird anfangs nicht geschlossen. Zudem sollte der Hund nicht lernen, den Kopf selbst aus dem Maulkorb zurückzuziehen, sondern darauf zu warten, dass der Mensch den Maulkorb wegnimmt.<BR /><BR /><b>Schritt 2:</b> Klappt Schritt eins jetzt gut, erhöht man die Dauer. Der Hund wird dafür belohnt, wenn er mit der ganzen Schnauze kurz im Maulkorb bleibt. Dafür gibt man ihm etwas länger Futter durch das Gitter. Alternativ kann man den Vorderteil des Korbs mit etwas Leberwurst bestreichen oder clickern, wenn der Hund für einige Sekunden mit der Schnauze im Maulkorb bleibt.<BR /><BR />Auch dieser Schritt wird mehrmals hintereinander und mehrmals am Tag wiederholt – immer nur so lange, wie der Hund freudig mitmacht. Auch hier gilt: Der Mensch nimmt den Maulkorb weg!<BR /><BR /><b>Schritt 3:</b> Steckt der Hund voller Elan seine Schnauze in den Maulkorb und bleibt für einige Momente darin, folgt der nächste Schritt. Jetzt kann man die Enden des Nackenriemens zunächst locker festhalten, ohne sie zu schließen. Fühlt sich der Hund wohl, verlängert man langsam die Zeit. Den Korb hält man dabei zunächst noch mit einer Hand fest und belohnt den Hund weiterhin. Klappt auch dieser Schritt, kann man die Hand vorne wegnehmen.<BR /><BR /><b>Schritt 4:</b> Jetzt wird der Nackenriemen geschlossen. Man belohnt weiter. Wird der Hund unruhig oder versucht er gar, den Maulkorb abzustreifen, war man zu schnell. Dann geht man einfach wieder einen Schritt zurück.<BR /><BR />Bleibt der Hund ruhig, beendet man die Übung, indem man dem Hund ein Leckerli gibt und den Maulkorb öffnet, während er noch frisst/schleckt.<BR /><BR /><b>Schritt 5:</b> Klappen alle Schritte reibungslos, kann man den Hund durch einfache Übungen wie „Sitz“ beschäftigen, während er den Maulkorb trägt. Immer wieder wird er belohnt. Es sollte für den Hund ganz normal sein, einen Maulkorb zu tragen.