Im März stellt er sein zweites Kinderbuch in Meran vor. <BR /><BR /><b>Herr Fink, als Wetterexperte und Kinderbuchautor ist die erste Frage natürlich: Waren Sie schon als Kind vom Wetter fasziniert?</b><BR />Sigi Fink: Das Wetter beschäftigt mich, seit ich denken kann! Als Kind waren wir mit der Familie gerne wandern, nicht nur auf der Alm in Villanders, wo wir einen Hof haben, auch auf der Seiser Alm, am Salten… und auf dem Weg habe ich immer in den Himmel geblickt. Manchmal wurden wir vom Wetter überrascht, dann fielen plötzlich „Styropor-Kügelchen“ vom Himmel – von denen mir mein Vater dann erklärte, dass das Graupel sind, die schmelzen, wenn man sie drückt. Auf meine Frage, woher Blitz und Donner kommen, erklärte meine Mutter mir, das geschehe, wenn zwei Wolken aufeinanderstoßen. Also habe ich das beobachtet und festgestellt – das ist so gar nicht richtig (lacht). Ich habe ihr lange vorgeworfen, sie hätte mich angelogen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1279335_image" /></div> <BR /><BR /><b>Also begaben Sie sich auf die Suche nach der Wahrheit?</b><BR />Fink: Ja, das hat sich dann so etabliert. Im Kindergarten hatte ich im Sandkasten stets ein Auge auf den Himmel, und wenn dieser über Jenesien plötzlich schwarz wurde, wusste ich, es ist Zeit, reinzugehen. In der Grundschule haben mich die Lehrer dann gefragt, wie wohl das Wetter wird, und auch in der Jungschar hieß es: „Sigi, wie schaut's aus, geht sich das Spiel noch aus?“ Manche meiner Altersgenossen haben dann belächelt, wenn ich vor der Hagelwand über Aldein gewarnt habe. Aber die Lagerleiter meinten nur: „Wenn der Sigi das sagt, dann stimmt das“, und tatsächlich ist das Unwetter auch gekommen. Das waren schöne Bestätigungsmomente. Irgendwann hat meine Schwester dann prophezeit: „Wenn du kein Meteorologe wirst, fresse ich einen Besen.“<BR /><BR /><b>Und sie sollte Recht behalten…</b><BR />Fink: Ja, aber ich wollte nicht nur Meteorologe werden. Ich wollte der beste Wettermann überhaupt werden (lacht). Ein kleines Hindernis war, dass ich eigentlich recht introvertiert war, ich habe nie viel gesprochen, und wenn, dann ungern. Das war für mich eine große Herausforderung, aus dem auszubrechen, und hat mich viel Energie gekostet.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1279338_image" /></div> <BR /><BR /><b>Aber es hat sich ausgezahlt, mittlerweile sind Sie eine der bekanntesten Wetterstimmen in Österreich. Wie kam der Schritt vom Radio- und Fernsehmoderator zum Buchautor?</b><BR />Fink: Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, mal ein Buch zu schreiben, war mir aber nicht sicher, ob ich das auch kann (lacht). Als dann die Verlagsleiterin vom Seifert Verlag auf mich zukam, habe ich die Gelegenheit genutzt – und in eineinhalb Monaten mein erstes Buch geschrieben („Fetzblau oder Schnieseln – Wetter verstehen und selbst vorhersagen“, Anm. d. Red.). Nur wenig später erschien mein zweites Buch, „Wolken deuten – Von Arcus bis Volutus“ – weil nicht alles in einem Buch Platz gehabt hätte (lacht). Im Großen und Ganzen wollte ich das eine große Wetterbuch schreiben, in dem alles drinnen steht. Und vielleicht ist mir das auch gelungen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-73604615_quote" /><BR /><BR /><b>Wie kamen Sie auf die Idee, ein Kinderbuch zu schreiben?</b><BR />Fink: Das war eine recht spontane Eingebung. Ich war gerade auf der Alm in Villanders mit Mäharbeiten beschäftigt, es war ein recht warmer Frühlingstag… und kurz zuvor hatte ich in Kommentaren auf den sozialen Netzwerken einen absoluten Quatsch über Saharastaub gelesen, dass dieser mit Maschinen zu uns gebracht würde, also diese Verschwörungstheorien. Das hat mich sehr gewurmt, immerhin lesen das ja auch viele junge Leute und glauben das vielleicht. Dabei ist das natürlich Schwachsinn, denn dass der Saharastaub bis zu uns kommt, ist ein ganz normaler physikalischer Prozess, den es immer schon gegeben hat. Da habe ich beschlossen: Es reicht. Ich fange jetzt bei den Kleinsten an und erkläre ihnen, wie der Saharastaub bis zu uns in die Alpen kommt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1279341_image" /></div> <BR /><BR /><b>Und so war Neo, der Regentropfen geboren…</b><BR />Fink: Genau. Der Grundgedanke dazu entstand, als ich Ö3-Moderator Robert Kratky fragte, ob er denn wüsste, wie eine Schneeflocke entsteht. Und als ich ihm das erklärt habe, war er ganz begeistert – denn er wusste es nicht. Und so entstand die Idee einer Reise. Für das Kinderbuch habe ich den wissenschaftlichen Prozess natürlich vereinfacht: Ich beginne mit einem kleinen Sandkorn in der Wüste, das zu Regen wird und in die Alpen reist. Den Regentropfen habe ich in Erinnerung an meinen verstorbenen Hund „Neo“ getauft, außerdem hat er ein kleines Muttermal auf der Wange, genau wie ich.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1279344_image" /></div> <BR /><BR /><b>Also konnten Sie bei den Illustrationen auch ein Wörtchen mitreden?</b><BR />Fink: Ja, absolut. Mir war sehr wichtig, dass die Zeichnungen – wie meine Geschichte und meine Erklärungen – einfach sind. Nichts Dreidimensionales, sondern simple 2D-Zeichnungen wie früher, „old school“ eben. Ich habe dann auch skizziert, was ich mir auf welcher Seite so vorstellen würde – und Illustrator Jakob Salner hat das wirklich super umgesetzt.<BR /><BR /><b>Die Reise beginnt als Sandkorn und endet als Tropfen – wie funktioniert das?</b><BR />Fink: Nun, natürlich verwandelt sich das Sandkorn nicht wirklich in einen Regentropfen, vielmehr sammelt sich das Wasser rund um das Sandkorn herum und bildet eine Hülle. Anschließend wird das Korn als Tropfen weitergetragen und regnet auf uns herab. Seine Reise endet vorerst in einem See… und wer sich die Illustrationen genauer ansieht, weiß auch, in welchem. Beim Schreiben sah ich vor meinem inneren Auge einen türkisen See, umrahmt von Bäumen und einem Bergmassiv, und wusste: Neo landet im Karersee.<BR /><BR /><b>Im März setzt Neo seine Reise fort. War das zweite Buch von Anfang an geplant?</b><BR />Fink: Das nicht, aber ich hatte schon einige Ideen, die ich jetzt umsetzen konnte. Neo reist in seinem zweiten Buch über den Eisack weiter an die Adria. Natürlich musste ich mir Gedanken machen, wie eine solche Reise vonstattengehen könnte und ob sie überhaupt möglich ist. Im zweiten Teil warten auch wieder viele tierische Begegnungen auf Neo, unter anderem trifft er einen Flamingo und einen Delfin. Grundsätzlich geht es aber um den Kreislauf des Wassers, so, wie man ihn auch in der Schule lernt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1279347_image" /></div> <BR /><BR /><b>Sie haben den ersten Band unter anderem auch in Bozen vorgestellt. Welches Feedback haben Sie bekommen?</b><BR />Fink: Die Resonanz war wirklich super, von den Kindern, aber auch von ihren Eltern. Viele kamen auf mich zu und meinten: „Super, das wusste ich selbst noch nicht!“ Das ist ja auch ganz legitim, man kann nicht alles wissen, und es freut mich, wenn jeder was mitnehmen kann. Dass meine Mutter und meine große Schwester auch da waren, hat mich sehr gefreut. Sie waren sehr überrascht und auch stolz darauf, wie sehr die Kinder auf mich und meine Präsentation eingegangen sind. Ein ganz besonderes Highlight war meine allererste Buchpräsentation von „Fetzblau oder Schnieseln“ in Wien: Als die Vorstellung beendet war und wir nach draußen gingen, war der Wiener Abendhimmel von Nordlichtern überzogen. Da habe ich nach oben geblickt und wusste: Auch mein Vater, der nicht mehr bei uns ist, hat an diesem Abend auf mich herabgeschaut.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1279350_image" /></div> <BR /><BR /><b>Abschließend: Welches Wetter bevorzugen Sie, Bozen oder Wien?</b><BR />Fink: Ganz ehrlich: Ich hasse nichts mehr als Sonnenschein (lacht). Da passiert nämlich nichts. Ich habe schon immer Action gebraucht, Gewitter, Hagel, Schneestürme. Allerdings habe ich nach diesem nebeligen Winter in Wien und einem Dezember mit null Prozent Sonnenschein meine Aufenthalte in Südtirol umso mehr genossen. Da denkt man sich dann schon wieder: Haben wir es schön hier.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1279353_image" /></div> <h3> Vormerken!</h3>Am <b>21. März</b> stellt Sigi Fink um 10.30 Uhr in der Athesia-Buchhandlung Meran sein neues Kinderbuch vor.