Ein Tipp der Verbraucherschützerin lautet: Zuallererst sollte man den Familienhaushalt nach möglichen Sparpotenzialen durchforsten und erst in einem zweiten Schritt Investitionsmöglichkeiten prüfen. <BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="723785_image" /></div> <BR />Neuerung ist gleich Teuerung. Auf diese vereinfachte Formel könnte man einen der wichtigsten Punkte zusammenfassen, der sich auf die starken Preisanstiege im Energiesektor bezieht und deshalb so gut wie alle Bürger betrifft. „Es handelt sich um die Fortsetzung mit massiven Teuerungen im Energiemarkt, wobei man aber auch hoffen darf, dass sich die Lage ab März wieder langsam beruhigt“, sagt Bauhofer. <BR /><BR />Im Durchschnitt müssen die Verbraucher um 55 Prozent mehr für die Stromrechnung bezahlen als für das Vergleichstrimester des Vorjahres, beim Gas beträgt der Erhöhung stattliche 41,8 Prozent. Macht für einen Dreipersonenhaushalt mit einer klassischen Stromrechnung im Zeitraum eines Jahres statt 500 plötzlich 823 Euro aus. <BR /><BR /><b>Ausgleichszahlung vom Staat</b><BR /><BR />Verantwortlich für derartige Preissprünge seien eine Vielzahl an Faktoren, das Problem betreffe ganz Europa. „Der Hunger nach Energie ist riesengroß und man ringt nach Lösungen, doch es lässt sich eben nicht alles zugleich bewerkstelligen: Klimaneutralität, politische Unabhängigkeit und günstiger Strom“, fasst Bauhofer zusammen. <BR /><BR />Immerhin blieb der Staat nicht untätig und hat im Haushaltsgesetz Ausgleichszahlungen für Familien in schwierigen Lagen vorgesehen. Wer Anrecht hat, kann beim INPS die einheitliche Ersatzerklärung abgeben. Um zu prüfen, ob man überhaupt Anrecht hat, sollte man sich am besten beim Patronat seines Vertrauens erkundigen. <BR /><BR />Wer nicht in den Genuss dieser Bonuszahlungen kommt, kann sich entweder nach einem anderen Anbieter umsehen oder sollte den eigenen Energieverbrauch genauer unter die Lupe nehmen. Bauhofer rät vor allem, den Gasverbrauch im Auge zu behalten und am besten selbst den Zähler abzulesen, um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein. <BR /><BR /><b>Digitale Fitness anvisieren</b><BR /><BR />Apropos Stromrechnung: Ab 2023 soll die TV-Gebühr wieder von der Stromrechnung verschwinden, weil die Regierung Draghi dies der EU zugesagt habe. Dabei wären die „Kinderkrankheiten“ mittlerweile fast ausgemerzt, und erst auf diese Weise konnten staatsweit um 41 Prozent mehr Steuerpflichtige zur Kassa gebeten werden. Wer kein TV-Gerät besitzt, hat übrigens noch Zeit bis zum 31. Jänner, um dies der Agentur der Einnahmen mitzuteilen, idealerweise per SPID. <BR /><BR />Das bringt Bauhofer zu einem weiteren großen Kapitel: Die Beziehung zwischen Bürger und der öffentlichen Verwaltung. „Ein guter Neujahrsvorsatz wäre, sich einen SPID zu besorgen, falls man noch keinen hat“, meint die Leiterin der Verbraucherzentrale angesichts der Tatsache, dass die öffentliche Verwaltung immer stärker digitalisiert wird. Folglich wird die digitale Identität des Bürgers (SPID) zum Schlüssel für die Inanspruchnahme der Onlinedienste der öffentlichen Verwaltung.<BR /><BR /> Jeder Bürger sollte sich grundsätzlich digital fit halten, um bei dieser epochalen Transformation nicht den Anschluss zu verlieren. Auch der Gesetzgeber hat diese Entwicklung im Auge, wie Bauhofer erklärt: „Klarere und transparentere Regelungen von digitalen Diensten sind heuer in Form einer EU-Richtlinie in Aussicht.“ Indessen sind bereits 2 EU-Richtlinien mit 1. Jänner 2022 in Kraft getreten, welche u. a. die Gewährleistung von Konsumgütern, damit verbundene Fristen und Herstellergarantien betreffen. „Europa hat die Verbraucher im Blick und tut etwas für sie“, zieht Bauhofer dazu ein durchaus positives Fazit. <BR /><BR /><b>Geldfragen aktiv angehen</b><BR /><BR />Allerdings möchte sie an anderer Stelle auch an die Eigenverantwortung der Bürger appellieren: Gerade der Jahresbeginn wäre ein guter Zeitpunkt, sich gezielt mit Geld-, Versicherungs- und Rentenfragen zu beschäftigen. „Je nach Lebenslage sind die Vorstellungen und Notwendigkeiten unterschiedlich, es lohnt sich allemal, diese grundsätzlichen Dinge aktiv anzugehen“, meint Bauhofer wohlwissend, dass in diesem Bereich bei vielen Bürgern „riesige Hemmschwellen“ existieren.<BR /><BR /> Ihr Tipp: Zuallererst sollte man den Familienhaushalt nach möglichen Sparpotenzialen durchforsten und erst in einem zweiten Schritt Investitionsmöglichkeiten prüfen. Bei Letzterem gelte die eiserne Regel: Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit stehen zueinander in Konkurrenz, keine Anlageform vermag alle 3 Kriterien gleichzeitig zu erfüllen. Deshalb müsse man sich zunächst über die eigenen Ziele im Klaren sein. „Verschiedenste Kryptowährungen und so manche Online-Portale locken mit riesigen Verdiensten, das Risiko ist entsprechend hoch“, führt Bauhofer ein Beispiel ins Feld. Genauso wie die Geldanlagen sollte man die Versicherungen und die Rentensituation in Augenschein nehmen. <BR /><BR /><b>Klimafragen nicht am Verbraucher abladen</b><BR /><BR />Konsequenteres Vorgehen vom Gesetzgeber wünschen sich die Verbraucherschützer hingegen in Umwelt- und Klimafragen. „Man nimmt hier gerne die Konsumenten in die Pflicht, dabei sind Politik und Gesetzgeber gefordert“, sagt Bauhofer und ergänzt, dass etwa die Plastik- und Zuckerbesteuerung erneut um ein weiteres Jahr verschoben wurde. <BR /><BR />In diesem Zusammenhang verweist sie auf die EU-Strategie „Farm to Fork“-(dt.: „Vom Bauernhof auf den Teller“), einer tragfähigen und zukunftsgerichteten Land- und Ernährungswirtschaft, die auch den kleinen Erzeugern ein sicheres Einkommen garantieren soll. Diese „ehrgeizige Offensive“ werde aber durch die weiterhin hohen EU-Subventionen in die großen Flächen konterkariert, moniert Bauhofer und meint: Der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung fängt ganz klar in den eigenen 4 Wänden an. Hier könne jeder sein eigenes Verhalten hinterfragen. <BR /><BR /><b>Revival der Kassenbon-Lotterie</b><BR /><BR />Kommt man auf die „eigenen 4 Wände“ zu sprechen, so kommen unweigerlich die Steuerbegünstigungen bei energetischen Sanierungen bzw. Renovierungen zur Sprache. Hierbei weiß Bauhofer: „Die Boni im Bereich der Immobilien wurden für heuer alle bestätigt, auch der Superbonus von 110 Prozent mit der Auflage, dass die Arbeiten innerhalb Juni abgeschlossen werden müssen.“ Auch die Installation von Ladesäulen für E-Autos würden nun als Hauptmaßnahme für den 110er-Bonus zählen. <BR /><BR />Endgültig verschwinden werde das Cashback-Programm, weil es auf Dauer nicht die gewünschten Effekte im Kampf gegen die Steuerhinterziehung brachte und dem Staat zuviel kostete, während die Kassenbon-Lotterie fortgesetzt und neu beworben werden soll. <BR /><BR />Zu den einschneidenden Neuerungen des soeben angelaufenen Jahres 2022 zählt Bauhofer zudem die verpflichtende Haftpflichtversicherung beim Skifahren, darüber wurde schon hinlänglich berichtet. Auch hier gelte, dass eine Haftpflichtversicherung grundsätzlich anzuraten sei. Unterm Strich kommt man wohl 2022 am besten mit einer Mischung aus Eigenverantwortung, am Laufenden bleiben und der nötigen Gelassenheit durch den Jahresverlauf – so wie letztlich jedes Jahr.<BR />