Laut dieser Umfrage stimmt der überwiegende Teil der Südtirolerinnen und Südtiroler zu, dass die Entscheidungen zum Bettenstopp und die nun beschlossenen Ausnahmen für strukturschwache Gemeinden richtig waren. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/so-denkt-suedtirol-was-halten-die-suedtiroler-vom-bettenstopp" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier die detaillierten Ergebnisse)</a><BR /><BR />HGV-Chef Klaus Berger sieht darin „den breiten Rückhalt für eine qualitative Weiterentwicklung des Tourismus, wie vom Landestourismusentwicklungskonzept vorgesehen“. Landesrat Luis Walcher freut sich über das differenzierte Urteil der Befragten. Und Florian Trojer vom Heimatpflegeverband sieht seine Sorge um Lebensqualität der Südtiroler durch die Umfrage-Ergebnisse bestätigt. <h3> „Bürger bevorzugen differenzierte Lösungen“</h3><BR />Für Klaus Berger, den Präsidenten des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV), bestätigt die Umfrage „den breiten Rückhalt für eine qualitative Weiterentwicklung des Tourismus, wie vom Landestourismusentwicklungskonzept vorgesehen“. <BR /><BR />Gleichzeitig zeige sie aber auch, „dass die Bevölkerung differenzierte Lösungen bevorzugt“. Die deutliche Zustimmung zu Ausnahmen für strukturschwächere Gemeinden unterstreicht nach Ansicht von Klaus Berger, „dass sich die Bevölkerung der Bedeutung des Sektors für die lokale wirtschaftliche Entwicklung, die lokalen Kreisläufe, den Erhalt des ländlichen Raums und die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen bewusst ist“. <BR /><BR />Der HGV-Chef weiß: „Vielen Menschen ist nämlich längst klar geworden, dass ein offenes Gasthaus, eine offene Bar und ein Geschäft in jedem Ort in vielen Gegenden außerhalb Südtirols nicht mehr selbstverständlich sind.“ Wenn dies in Südtirol bislang noch anders sei, so unterstreicht der HGV-Präsident, dann habe dies vielerorts auch mit der touristischen Nachfrage zu tun. <BR /><BR />Denn eben diese würde es ermöglichen, „solche Kleinbetriebe wirtschaftlich zu führen“. Für den HGV-Chef habe der Tourismus aber noch einen Vorteil für die Weiterentwicklung von Südtirols Gemeinden gebracht. „Auch die gute Anbindung aller Täler und Ortschaften an den öffentlichen Nahverkehr sowie andere Infrastrukturen hängt vielfach mit der touristischen Entwicklung in Südtirol zusammen.“<BR /><h3> „Ich fühle mich in meiner Politik bestätigt“</h3><BR /> Drei von vier befragten Südtirolern geben in der Umfrage an, den Bettenstopp für einen wichtigen Schritt zur Begrenzung des Südtiroler Tourismus (stimme sehr zu/stimme eher zu) zu halten. „Diese kritische Stimmung in der Bevölkerung habe ich in meinen politischen Handlungen auch so gespürt“, sagt dazu der Tourismus-Landesrat Luis Walcher (SVP). <BR /><BR />„Ich habe in den bisher zweieinhalb Jahren als Landesrat kein einziges Bett und keine einzige Zone genehmigt“, unterstreicht Walcher, der von der Notwendigkeit eines Bettenstopps ebenso überzeugt ist wie drei Viertel der Befragten. Er weiß, wie die Leute ticken: „Wer derzeit am Stammtisch gegen den Tourismus schimpft, ist der große Sieger“. Aber es sei andererseits auch nur die halbe Wahrheit, weswegen er sich freut, dass die Südtiroler ganz offensichtlich differenzieren können zwischen touristischen Hochburgen und strukturschwachen und abwanderungsgefährdeten Gemeinden.<BR /><BR />„Wir haben ein Südtirol der zwei Geschwindigkeiten. Und während es in vielen Gemeinden durchaus genug und in einigen mehr als genug Tourismus gibt, ist diesbezüglich in anderen nicht viel los“, erklärt Landesrat Walcher. Das spürten auch die Befragten und „finden es richtig, dass wir für kleine strukturschwache Gemeinden Ausnahmen vom Bettenstopp machen“.<BR /><BR />Auch das zeichne sich in den Gesprächen, die er mit Bürgern führe, so ab. „Es gibt Gemeinden, da hoffen die Bürger, dass sich das letzte Gasthaus im Ort irgendwie rettet“, weiß Landesrat Walcher.<h3> „Südtiroler sind stuff vom Zuviel an Tourismus“</h3><BR />„Die Umfrage zeigt, was wir als Heimatpflegeverband im Grunde schon lange sagen: Die Südtiroler sind stuff vom Zuviel an Tourismus“, sagt dessen Geschäftsführer Florian Trojer. Dabei erinnert er an die an sich gastfreundliche Einstellung der Bürger, „aber mittlerweile ist einfach eine Grenze erreicht – und die Stimmung kippt.“<BR /><BR />Für ihn leitet sich aus der Umfrage auch ab, „dass wir einen Tourismus brauchen, der weniger Ressourcen und Boden verbraucht und weniger Verkehr verursacht“. Ganz wichtig ist ihm dabei, zu betonen, dass mit Sicherheit jeder in Südtirol – und auch der Heimatpflegeverband – dem Tourismus gegenüber positiv eingestellt ist. <BR /><BR />„Gerade die kleinen und mittelständischen Tourismusbetriebe haben Südtirol groß gemacht“, weiß er. „Aber wenn die eigene Lebensqualität irgendwann unter dem Tourismus leidet, schwindet die Akzeptanz“, so Trojer. Immer häufiger höre man Sätze wie: „Ich geh im Sommer nicht mehr in die Dolomiten“ oder „samstags fährt man besser nicht über die Autobahn“ oder auch „auf den Weihnachtsmarkt gehen wir nur unter der Woche, nicht am Wochenende“. <BR /><BR />„Dass Bürger anfangen, ihre eigene Stadt oder ihr Naherholungsgebiet zu meiden, sollte so nicht sein“, findet Trojer. Und wie ist es zu erklären, dass die Befragten mehrheitlich auch die Ausnahmen vom Bettenstopp gut finden? „Das zeigt“, sagt Florian Trojer, „dass die gebetsmühlenartig vorgetragenen Wiederholungen von Landesregierung und Lobbys gefruchtet haben.“