Hier sind 17 Fakten und Kuriositäten zum beliebten Kabarettisten und Schauspieler, der am 7. November seinen 70. Geburtstag feiert. <BR /><BR /><b>1</b><BR />Beleibt, grantelnd, ur-gemütlich: Ottfried „Otti“ Fischer ist der Bayer par excellence. Tatsächlich wuchs der Schauspieler und Kabarettist auf einem Einödhof bei Untergriesbach im Bayerischen Wald auf. Mama Maria stammte aus der Gegend, Papa Werner aus Elisenhof im Kreis Paderborn. Und so wurde im Hause Fischer Hochdeutsch gesprochen. Mit seinem jüngeren Bruder Werner (68, hat den Hof übernommen) verbindet Otti eine tiefe Verbundenheit. <BR />In der ARD-Talkshow „Beckmann“ erzählten die Fischer-Brüder unter anderem von ihren Jugendsünden. Werner: „Otti war ein großer Mädchen-Aufreißer!“ Otti: „Ja, ich habe den Kontakt gemacht, aber er oder seine Freunde haben die Mädchen dann abgeschleppt.“ In seiner Biografie „Das Leben ein Skandal: Geschichten aus meiner Zeit“ schilderte Otti: „Meine erste Liebe, eine Ferienleidenschaft, hieß Uschi. Ich ging drei Sommer mit ihr. Das wusste keiner, am wenigsten Uschi.“ Ja, ja, Otti und die Frauen. Das ist ein Kapitel für sich. Mehr dazu später.<BR /><BR /><b>2</b><BR />Nach Schule und katholischem Internat in Passau studierte Fischer Rechtswissenschaften an der Uni in Schwabing – nur wenige Semester lang. Dann entdeckte er die Bühne für sich und widmete sich ganz dem Kabarett. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="959404_image" /></div> <BR /><b>3</b><BR />Fischers Schauspielkarriere startete in den 1980er Jahren. Regisseur Franz Xaver Bogner (74) engagierte ihn für die Serien „Irgendwie und Sowieso“ und „Zur Freiheit“. Das Vorstellungsgespräch ging angeblich folgendermaßen vor sich: Bogner: „Bist du aus Bayern?“ Fischer: „Ja.“ Bogner: „Von wo?“ Fischer: „Gegend von Passau!“ Bogner: „Sprichst du bairisch?“ Fischer: „Ja.“ Bogner: „Guat, dann mach ma des, am Donnerstag um achte in Freimann.“ <BR />Dann ging es Schlag auf Schlag. Ein paar Serienhöhepunkte: „Der Bulle von Tölz“, „Pfarrer Braun“, „Der Pfundskerl“. Ab den 90er-Jahren erheiterte er zudem sein Publikum mit seiner BR-Kult-Kabarettsendung „Ottis Schlachthof“. Mitte der 90er-Jahre schlüpfte Ottfried Fischer auch erstmals in die Rolle des Kommissars Benno Berghammer. „Der Bulle von Tölz“ wurde zur Rolle seines Lebens. <BR />Der Grundstein für die Krimiserie wurde von Produzent Ernst von Theumer (74) 1994 während eines Mittagessens mit Fischer auf einer Papierserviette gelegt. Vorbild für den Kommissar war Peter Falks „Columbo“ – stets unterschätzt, im notorisch zerknitterten Trenchcoat, mit Witz, Intelligenz und Gelassenheit. Nachdem der zunächst erdachte Titel „Der Bulle“ bereits von Jean Gabin besetzt war, taufte Theumer die neue Reihe kurzerhand „Der Bulle von Tölz“. <BR />59 Folgen wurden bis 2009 ausgestrahlt, für die 60. war das Drehbuch schon geschrieben. Doch dann starb Film-Mama Resi (Ruth Drexel) und mit ihr – sehr zum Bedauern der Fans – bald auch die ganze Krimireihe. Ohne die Streitgespräche von Resi und Benno funktionierte die Serie nicht mehr.<BR /><BR /><b>4</b><BR />Die Film-„Pension Resi“ in Bad Tölz ist eigentlich das 400 Jahre alte „Hollerhaus“ in Irschenhausen; „Hollerhaus“-Chefin ist Lia Schneider-Stöckl.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="959611_image" /></div> <BR /><BR /><b>5</b><BR />Bis zu 210 Kilogramm brachte 1,90-Meter-Hüne Ottfried Fischer in seinen „prallsten Zeiten“ auf die Waage. Und dann überraschte er immer wieder mit Gewichtsabnahmen. Unter anderem schaffte er es 2016 dank einer Suppendiät in einer Klinik am Starnberger See, insgesamt 30 Kilos abzunehmen.<BR /><BR /><b>6</b><BR /> In einem Interview mit dem Magazin „Reader's Digest“ im Jahre 2005 outete sich das Schwergewicht als Anhänger des gestorbenen Papstes Benedikt XVI. Er halte den ehemaligen Kardinal Joseph Ratzinger für einen „hochintelligenten Menschen“, sagte Fischer. „Ich hoffe, dass er eher zur Altersweisheit als zum Altersstarrsinn neigt. Dann kann er mit kleinen Schritten Zeichen setzen.“ <BR /> Auch Benedikts Nachfolger scheint den ehemaligen Klosterschüler zu beeindrucken: Im Juni 2019 nahm er an einer Generalaudienz bei Papst Franziskus (86) in Rom teil.<BR /><BR /><b>7</b><BR /> Im „Reader's Digest“ sagte der Bayer auch: „Bei Tageslicht trinke ich keinen Alkohol.“ Darum habe er Angebote, Werbebotschafter für Brauereien zu werden, abgelehnt: „Wer so populär ist wie ich, darf nicht dazu auffordern, Alkohol zu trinken.“<BR /><BR /><b>8</b><BR />Auf dem Höhepunkt seiner Karriere ging nicht nur seine erste Ehe mit Journalistin Renate Bairich (62, Hochzeit: 1991; Geburt der Töchter Lara und Nina 1991 und 1997) in die Brüche. Fischer beobachtete an sich auch zunehmend körperliche Veränderungen. <BR />2008 bekannte er sich öffentlich zu seiner Parkinson-Erkrankung. In dieser Zeit trat auch Simone Brandlmeier (52) in sein Leben. Das Paar heiratete – nach einer On-Off-Beziehung – 2020. Im BR-Porträt-Format „Lebenslinien“ sagt Otti, der nunmehr auf einen Rollstuhl angewiesen ist: „Dass ich mein Parkinson so gut bewältige, das liegt auch an meiner Ehefrau Simone, die mir das Gefühl gibt: Es ist schon noch was da, was lebenswert ist.“<BR /><BR />Gallery #DText/86-62028782 not found<BR /><BR /><b>9</b><BR />Und damit wären wir bei Otti und den Frauen. 2006 setzte Renate Ottfried vor die Tür, nachdem er ihr eröffnet hatte, dass er schon seit einem halben Jahr eine Geliebte habe. Die damalige Herzdame entpuppte sich allerdings als Ex-Prostituierte mit guten Kontakten ins Rotlicht-Milieu. Wenige Monate später kam es dann zum Skandal. <BR />Fischer hatte Kontakt zu mehreren Prostituierten – bezahlt, so sagt der Schauspieler, habe er aber nie. Er hielt sie offenbar für Frauen, die ihn mögen. „In einer schweren Zeit lernst du eine kennen, die dich öfter daheim besucht, weil sie dich so nett findet... Sie erzählt dem geschundenen, verlassenen Mann, dass sie nur zu ihm kommt, weil er so ein toller Hecht ist“, sagt er in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung. Dieses Interview, so behauptet Fischer später, habe er nur aufgrund einer Erpressung gegeben. Denn die Frauen hätten ein Sex-Video gedreht, das an die „Bild“-Zeitung ging. Der Fall landete vor Gericht. <BR /><BR /><b>10</b><BR />Im November 2012 moderierte er letztmals „Ottis Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen. Knapp ein Jahr später war es auch mit der Reihe „Pfarrer Braun“ vorbei. Danach blieben Rollenangebote aus.<BR /><BR /><b>11</b><BR />Vor seinem 70. Geburtstag ist Ottfried Fischer nochmal umgezogen. Der Kabarettist und Schauspieler lebt jetzt in Gauting nahe dem Starnberger See. Im alten Haus in Passau sei der Alltag im Rollstuhl zu beschwerlich gewesen, sagten Ottfried Fischer und seine Frau Simone der Deutschen Presse-Agentur. <BR /><BR /><b>12</b><BR />Otti ist Fan des TSV 1860 München; beim Eishockey hält er (wie der Seriencharakter Benno Berghammer) zum EC Bad Tölz. Die Tölzer Löwen spielen seit der Saison 2022/23 in der Oberliga Süd.<BR /><BR /><b>13</b><BR />Fischer ist ein politischer Mensch. Im deutschen Bundestagswahlkampf 2005 unterstützte er die Regierungskoalition aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Für die Bundespräsidentenwahlen 2004 und 2009 wurde er jeweils als Mitglied der Bundesversammlung bestimmt. Im Jänner 2015 nahm Fischer am politisch-kulturellen Jahresauftakt der Linken teil.<BR /><BR /><b>14</b><BR />Im Lockdown wurde der frühere Pfarrer-Braun-Darsteller zum Kolumnisten für das „Passauer Bistumsblatt“ und den „Altöttinger Liebfrauenboten“. Sein erster Beitrag trug den Titel „Spötterdämmerung“.<BR /><BR /><b>15</b><BR /> 2014 eröffnete in Bad Tölz ein „Bulle von Tölz“-Museum und die Tölzer Kurverwaltung organisiert Führungen zu den Drehorten, was als „Bullenpilgern“ angepriesen wurde. <BR /><BR /><b>16</b><BR />Wie groß das Vermögen des Schauspielers ist, ist nicht bekannt. Fest steht, dass er zu seiner aktiven Zeit zu den bestbezahlten deutschen Schauspielern gehörte. Für eine „Bullen“-Folge soll er 200.000 Euro Gage bekommen haben.<BR /><BR /><b>17</b><BR />Auf Bühnen steht Fischer zwar nicht mehr, aber dafür hat er ein Buch geschrieben. Es trägt den Titel: „Heimat ist da, wo dir die Todesanzeigen etwas sagen“. Anfangs als Erzählung gedacht, ist daraus eine Biografie geworden.<BR />