Montag, 30. Januar 2017

Sozialisten schicken Parteilinken ins Rennen um den Élyséepalast

Linksruck bei Frankreichs Sozialisten: Benoît Hamon sichert sich die Präsidentschaftskandidatur. Ex-Premier Valls hat das Nachsehen – und die Partei steht vor einer Zerreißprobe.

Benoît Hamon
Benoît Hamon - Foto: © LaPresse

Frankreichs Sozialisten haben den Parteilinken Benoît Hamon zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt. Die Regierungspartei vollzieht damit einen radikalen Bruch mit der Reformpolitik von Staatschef François Hollande, der nicht wieder antritt.

Hamon kam in der Stichwahl nach Teilergebnissen auf mehr als 58 Prozent der Stimmen und lag damit klar vor Ex-Premierminister Manuel Valls vom rechten Parteiflügel. „Heute Abend erhebt die Linke wieder das Haupt“, sagte Hamon.

Sein Sieg in der von den Sozialisten organisierten Vorwahl bedeutet eine Zerreißprobe für die Partei, die nach den Hollande-Jahren schwer angeschlagen ist. Auch auf europäischer Ebene dürfte Hamon anecken, er fordert etwa ein Moratorium für den Euro-Stabilitätspakt, der das Haushaltsdefizit der Euro-Staaten auf drei Prozent der Wirtschaftsleistung begrenzt.

Der 49-Jährige ist seit Jahren ein Gegner der Regierungspolitik unter Hollande und Valls, er will etwa eine umstrittene Arbeitsmarktreform zurückdrehen und ein bedingungsloses Grundeinkommen einführen. Es war unklar, ob der rechte Flügel sich klar hinter den Gewinner stellen würde. Valls räumte seine Niederlage ein und gratulierte Hamon. Dieser sei nun „der Kandidat unserer politischen Familie“, sagte er.

dpa

stol