Donnerstag, 24. August 2017

Spanische Justiz verhinderte Abschiebung des Imams Es Satty

Die spanische Justiz hat vor zwei Jahren eine geplante Abschiebung des Imams Abdelbaki Es Satty verhindert, der die Terrorzelle von Barcelona inspiriert haben soll. Der Geistliche sei damals als ungefährlich und „arbeitsmäßig in Spanien verwurzelt“ eingestuft worden, zitierte die spanische Zeitung „El Periódico“ am Mittwochabend Gerichtsunterlagen.

Der ideologische Kopf der Terrorzelle, der Imam Abdelbaki Es Satty, ist vor 2 Jahren einer Abschiebung aus Spanien entgangen. Im Bild: Dieses Gebäude in Ripoll nutzte der Imam als Moschee.
Der ideologische Kopf der Terrorzelle, der Imam Abdelbaki Es Satty, ist vor 2 Jahren einer Abschiebung aus Spanien entgangen. Im Bild: Dieses Gebäude in Ripoll nutzte der Imam als Moschee. - Foto: © APA/AFP

Es Satty ist der mutmaßliche Kopf der Terrorzelle, die für den Anschlag in Barcelona und den vereitelten Anschlag von Cambrils mit insgesamt 15 Toten verantwortlich war. Der 45-Jährige starb Polizeiangaben zufolge vor acht Tagen bei der Explosion des Hauses, in dem die Gruppe die Attentate geplant haben soll.

Es Satty stammt ursprünglich aus Marokko. Er hatte zum Zeitpunkt seiner geplanten Abschiebung gerade eine vierjährige Haftstrafe wegen Drogenhandels verbüßt.

„Imam sei für Integration bereit“

Dieses Delikt habe aber „keine Bedrohung für die öffentliche Ordnung oder die Sicherheit der Bürger“ dargestellt, entschied der zuständige Richter. Der Imam des katalanischen Ortes Ripoll sei um „eine Integration in die spanische Gesellschaft bemüht“ gewesen.

Es gebe keine Hinweise auf terroristische Aktivitäten, entschied das Gericht und annullierte die Abschiebungsanordnung.

dpa

stol