Der temperamentvolle und dynamische Sozialdemokrat, der zum jüngsten Premier in Italiens republikanischer Geschichte und der EU avanciert ist, sorgt in Rom für frischen Wind.Sogar in den prunkvollen Sälen des Quirinals, dem Sitz des Staatsoberhaupts, in dem er seinen Amtseid ablegte, bewies Renzi Humor und unkonventionelles Auftreten. So tauschte der Toskaner bei der feierlichen Zeremonie immer wieder Worte mit Präsident Giorgio Napolitano aus, die dem 88-jährigen Staatschef ein Lachen entlockten.Bisher jüngste Regierung ItaliensMit Bonmots kommentierte Renzi Schritt für Schritt die Vereidigung seiner jungen Regierungsmannschaft, deren Durchschnittsalter bei 46 Jahren liegt, und begrüßte die neuen Minister mit kameradschaftlichem Lächeln und einem energischen Händedruck.Zu den vereidigten Regierungsmitgliedern zählte auch die im achten Monat schwangere Ministerin für die bürokratische Vereinfachung, Marianna Madia.Der strahlende Renzi, der selbst vor dem greisen Napolitano kaum still halten konnte, tauschte während der Vereidigungszeremonie immer wieder Blicke mit seiner 36-jährigen Frau Agnese und seinen drei Kindern, die in dem mit Gold bestückten Zeremoniensaal des Quirinals den Amtseid ihres Vaters verfolgten.Die drei Kinder Renzis – zwei Buben und ein Mädchen im Alter von elf, neun und sechs Jahren – waren jeweils in den drei Farben der italienischen Fahne – grün, weiß und rot – gekleidet.Renzi hält wenig von steifen RitualenDass Renzi wenig von den strengen Liturgien der römischen Politik hält, hatte er bereits am Freitag zu verstehen gegeben, als er Präsident Napolitano seine Ministerliste vorstellte. Das Gespräch zog sich fast drei Stunden hin. Renzi twitterte zwischendurch: „Ich komme, ich komme!“Jetzt ist der Bürgermeister von Florenz endlich Premier. Am Montag und Dienstag will er sich der Vertrauensabstimmung im Parlament stellen, danach will er im Eiltempo Reformen durchpeitschen. „Ich werde so viel Engagement, Energie und Enthusiasmus aufbringen, wie mir nur möglich ist“, versprach Renzi.Ob sein unkompliziertes Temperament den Hürden des politischen Alltags in Rom Stand halten wird, werden schon die nächsten Wochen beweisen.apa