<b>Von Sieglinde Höller</b><BR /><BR />Jemand hatte die sieben kleinen Leben ausgesetzt. Einfach abgestellt – in der Hoffnung, dass sie jemand findet und sich um sie kümmert. Gefunden wurden die Tiere schließlich von Urlaubsgästen, die sich sofort an die Besitzer des nahegelegenen Bauernhofes wandten. Diese nahmen die Kätzchen auf, versorgten sie und baten die Mitglieder des Südtiroler Tierfreundevereins um Hilfe. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1356681_image" /></div> <BR />„Wir waren entsetzt und traurig, als wir von diesen ,Notfellchen‘ hörten“, erklärt Tierfreunde-Präsidentin Nadja Gruber. „Wer weiß, wie lange sie im Karton ausharren mussten, bevor sie gefunden wurden. Ein Tier auszusetzen, ist niemals die Lösung. Es gibt immer einen Weg, sich Hilfe zu holen – sei es bei Tierheimen, Tierschutzvereinen oder Tierärzten.“<BR /><BR />Kurz darauf wurden die Kätzchen in St. Lorenzen Gruber übergeben. „Die Kleinen waren unterernährt, voller Würmer und Milben, und sie hatten Katzenschnupfen“, berichtet Gruber. „Wir haben sie auf unseren ohnehin schon voll besetzten Pflegestellen untergebracht.“<h3> Kein Einzelfall!</h3>Ende gut, alles gut? Nein. Hinter solchen Funden steckt mehr als ein trauriger Einzelfall. Der Südtiroler Tierfreundeverein versucht bereits seit vielen Jahren, Katzenbesitzer für die Kastration ihrer Tiere zu sensibilisieren, die Eingriffe zu organisieren und sich – wenn nötig – an den Kosten zu beteiligen. <BR /><BR />„Denn aus einer Katze werden zwei, aus zwei werden wenige Monate später viele. Die Zahl der Tiere wächst schneller, als Tierheime und private Tierschützer sie aufnehmen können“, mahnen Gruber und Messner. Katzenkastration sei keine Nebensache. „Sie ist eine der wirksamsten Möglichkeiten, ungewollten Katzennachwuchs und damit viel Leid zu verhindern.“ <BR /><BR />Denn hinter jeder ausgesetzten Schachtel stehen Entscheidungen, die zuvor getroffen wurden – oder eben nicht getroffen wurden. Für die Tierschützerinnen bleibt jetzt nur eines: zu helfen und für jedes einzelne Kätzchen zu kämpfen, obwohl sie längst an ihre Grenzen gekommen sind.<h3> Happy End für die Kätzchen</h3>Die Kätzchen von Maria Saalen hatten Glück. Sie sind alle auf tollen Pflegestellen untergekommen, wo sie medizinisch versorgt und aufgepäppelt werden. <BR /><BR />Allen Katzenkindern geht es gut, und wenn die Zeit reif ist, werden sie nach einem Für-Immer-Zuhause suchen.