Als „größten Betrug“ bezeichnen User auf Social Media die Versuche, Elektromobilität als Alternative zu Benzinern schmackhaft zu machen. So würden die Batterien von E-Autos bei einem dreistündigen Stau in einem Schneesturm leer werden, die Straßen würden mit liegengebliebenen Autos verstopfen. „Natürlich spricht kein Politiker oder Journalist darüber“, heißt es im Fazit.<BR /><BR />Dass tatsächlich kein Politiker oder Journalist über eine derartige Gefahr berichtet, liegt eher daran, dass die Behauptungen jedweder Grundlage entbehren. Selbst wenn in einem Stau alle Fahrzeuge E-Autos wären, würden nach 3 Stunden nur diejenigen liegenbleiben, die bereits mit sehr schwacher Batterie reingekommen wären.<BR /><BR />Darüber sind sich auch alle Experten einig, die von der APA kontaktiert wurden. „Richtig ist, dass ein E-Auto im Winter insgesamt mehr Energie benötigt. So wie übrigens auch Diesel- und Benzin-Pkw bei Kälte einen höheren Verbrauch haben. Steht ein E-Auto im Stau, ist der Stromverbrauch auch bei eingeschalteter Heizung gering, liegt bei etwa 2 bis 4 Kilowattstunden pro Stunde. Die Angst, dass man mit einem E-Auto im Winter im Stau liegen bleibt, ist unbegründet“, sagt Lina Mosshammer, Expertin für E-Mobilität bei der Mobilitätsorganisation VCÖ auf Anfrage von APA-Faktencheck.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="972142_image" /></div> <BR /><BR />Ein Test von 7 E-Automodellen in der Kältekammer des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) bestätigte, dass überschaubare Energiemengen benötigt werden, um die Innenräume der Autos zu erwärmen. Die Spannweite reichte dabei von 1,5 bis 2,3 Kilowattstunden. Zudem könnten E-Autos vorgeheizt werden, wenn sie noch an der Wallbox hängen, so der VCÖ. Unabhängig von der Staugefahr, der Jahreszeit und ob es sich um Verbrenner oder E-Motor handelt, empfiehlt die Organisation aber einen energiesparenden Fahrstil.<h3> Batterien mit bis zu 100 Kilowattstunden</h3>Auch Christian Klejna, Technik-Trainer für E-Mobilität beim ÖAMTC, bezeichnet die virale Behauptung als eine „Geschichte, die natürlich nicht stimmt“. Die Heizung bei E-Autos habe natürlich einen gewissen Verbrauch, aber die Batterien keine kleinen Kapazitäten mehr. Mittlerweile handle es sich um Batterien mit 40 bis 100 kWh. E-Autos könnten dadurch über längere Zeit beheizt werden, vor allem bei Stillstand. Bei ihnen existiere im Stau keine grundsätzliche Gefahr für die Insassen, zu erfrieren.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="972145_image" /></div> <BR /><BR />Auch bei Diesel/Benzin-Fahrzeugen könnte letztendlich der Tank ausgehen. Deshalb solle man im Stau generell darauf achten, ob man den Motor nicht abstellen könne. Man kann zudem die Heizleistung zurücknehmen und Energie sparen, so Klejna.<BR /><BR />Der deutsche ADAC spricht von einem hartnäckigen Gerücht, dass behauptet wird, mit einem Elektroauto liefe man Gefahr, zu erfrieren. Die Heizung könne auch mit diesen Autos „bei eisiger Kälte problemlos mehrere Stunden auf Wohlfühltemperaturen laufen“. Der Verkehrsclub testete die Situation sogar mit zwei verschiedenen Modellen und kam zum Schluss, dass die Autos 15 bzw. 17 Stunden im Stau mit angeschalteter Heizung und Standlicht ausharren könnten.<BR />