Montag, 24. August 2015

Stiftung, Kuba, Kokosnuss: Obama plant für seine Zeit als Ex

Wenn Barack Obama 2017 geht, ist er 56 – zwar ergraut, aber doch ein ziemlich junger Ex-Präsident. So gerne (und passabel) er Golf spielt – das alleine wird nicht reichen.

was kommt nach der Präsidentschaft: Barack Obama macht Pläne für die Zeit nach 2017.
was kommt nach der Präsidentschaft: Barack Obama macht Pläne für die Zeit nach 2017. - Foto: © LaPresse

Nach 16 Tagen Urlaub auf Martha's Vineyard nimmt Barack Obama offiziell die Arbeit wieder auf. Öffentlich macht das Weiße Haus natürlich nicht wirklich zum Thema, was der vollbeschäftigte US-Präsident nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit im Jänner 2017 zu tun gedenkt. 

Mit einher geht die Frage, wie öffentlich sichtbar er künftig sein wolle. David Plouffe, einer der früher engsten Berater, vermutet eine Mischung aus George W. Bush (sehr zurückhaltend, kaum sichtbar) und Bill Clinton (immer, immer sichtbar).

Ausgedehnte Dinner

Zu seiner Vorbereitung gehören dem Vernehmen nach regelmäßige, ausgedehnte Dinner, bei denen sich Obama von hochkarätigen Gästen (Toni Morrison, Eva Longoria, Malcolm Gladwell), der First Lady und Topberatern Input holt für die „postpräsidentielle Infrastuktur“.

Angeblich hilft auch Steven Spielberg dem Präsidenten dabei, für dessen Zeit danach so etwas wie eine Geschichte zu entwickeln, eine Art erzählerischen Überbau.

Bibliothek und Stiftung

Die neue Zeit zu gestalten, wird allerdings nicht ganz billig. Im Kern geht es vor allem um zwei Projekte: um eine Bibliothek und um eine Stiftung.

Nötig seien dafür, zitiert die „New York Times“ Obamas Berater, Spendenmittel in Höhe von so etwa einer Milliarde Dollar. Obama solle sich ja hüten, den gleichen Fehler zu machen wie Vorgänger Bill Clinton. Der habe als Präsident einfach zu wenig Geld für die Zeit nach dem Ausscheiden klargemacht, sodass der Ärmste jetzt gezwungen sei, Jahr für Jahr neue Spenden für seine Bibliothek in Little Rock/Arkansas einzusammeln.

Obama, so heißt es, plane eine Bibliothek vor allem digitaler Inhalte, und die Stiftung solle „weltweiten Einfluss“ haben. Nun gehören Stiftungen und Bibliotheken zum eher erwartbaren Expräsidentenstandard, ebenso fürstlich dotierte Vortragsreisen.

Am Strand bei Kokusnuss

„Wo, Herr Präsident, sehen Sie sich in zehn Jahren?“ Auf diese (bis auf die Anrede) für normale Arbeitnehmer eher erwartbare Frage musste Obama im vergangenen Jahr im Gespräch mit der Webseite Tumblr erstmal sehr, sehr lange nachdenken. So weit voraus, gestand er dann, habe er nun noch nicht gedacht. Aber! Er wisse durchaus, wo er unmittelbar nach der Amtseinführung seines Nachfolgers sein werde: „Ich werde irgendwo am Strand sein. Und ich werde aus einer Kokosnuss trinken.“

dpa

stol