Der Besuch füge dem in die EU strebenden kleinen Balkanland großen strategischen Schaden zu. Länder wie Deutschland und die Niederlande hatten Wahlkampf für die am 24. Juni geplanten türkischen Parlaments- und Präsidentenwahlen verboten.Die Türkei hatte den für Sonntag geplanten Auftritt Erdogans über das muslimische Mitglied im bosnischen Staatspräsidium, Bakir Izetbegovic, organisiert. Izetbegovic, der sich als enger Freund des türkischen Präsidenten bezeichnet, hatte am Vortag die Türkei als Investor und Verbündeten gelobt.Demgegenüber kritisierte der zweitwichtigste Muslimführer Fahrudin Radoncic den Wahlkampf in Sarajevo. Erdogan gehe es um „eine Demonstration für Westeuropa: Seht mal, hier auf dem Balkan kann ich sein”. Denn „Herr Erdogan hat nicht so viele Wähler in Sarajevo, dass das für ihn interessant wäre”, sagte Radoncic dem TV-Sender N1 weiter.apa/dpa