Freitag, 26. Januar 2018

Streit über Brexit-Übergangsphase - Mays Basis bröckelt

Die britische Regierung steht womöglich erneut vor einer Zerreißprobe in Sachen Brexit.

Wie lange kann sich Theresa May noch halten? - Foto: APA (AFP)
Wie lange kann sich Theresa May noch halten? - Foto: APA (AFP)

Medien spekulierten am Freitag bereits, die Brexit-Hardliner in der Regierungsfraktion könnten Premierministerin Theresa May bald die Gefolgschaft aufkündigen. Anlass ist unter anderem Unbehagen über die Pläne der Regierung für eine zweijährige Übergangsphase nach dem EU-Austritt im März 2019.

Brexit-Minister David Davis hatte bei einer Rede vor Wirtschaftsvertretern in der nordenglischen Hafenstadt Middlesbrough die Pläne der Regierung dazu vorgestellt. Demnach soll Großbritannien bis zum Ende der Übergangsphase an alle Regeln des europäischen Binnenmarkts und der Zollunion gebunden sein und der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs unterworfen sein.

„Regierung darf sich nicht von EU Schneid abkaufen lassen“

Gegen diese Pläne macht der konservative Abgeordnete Jacob Rees-Mogg mobil. Er fordert, die Regierung dürfe sich nicht von der EU den Schneid abkaufen lassen. Rees-Mogg warnt schon lange davor, Großbritannien könne während einer Übergangsphase nach dem Brexit zu einem „Vasallenstaat” der EU werden.

Als Anzeichen für die Anspannung in London wurde auch gewertet, dass eine Rede des EU-freundlichen Schatzkanzlers Philip Hammond beim Weltwirtschaftsforum in Davos auf öffentlichen Widerspruch im Regierungssitz Downing Street stieß.

Hammond hatte die Hoffnung geäußert, die künftigen Handelsbeziehungen seines Landes zur EU sollten sich nur „sehr moderat” verändern. So könne man den Austritt aus dem Europäischen Binnenmarkt und der Zollunion nicht bezeichnen, hieß es kurz darauf aus der Downing Street.

apa/dpa

stol