Freitag, 29. April 2016

Streitpunkt Brenner: Italiens Bischöfe kritisieren Österreich

Am Tag nach dem Besuch von Innenminister Wolfgang Sobotka in Rom muss Österreich wegen ihres Grenzmanagements Kritik vom italienischen Episkopat einstecken.

Kardinal Angelo Bagnasco
Kardinal Angelo Bagnasco - Foto: © LaPresse

„Nicht mit Mauern oder Grenzschließungen wird die Flüchtlingsproblematik gelöst“, warnte der Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI, Kardinal Angelo Bagnasco, am Freitag.

„Das Problem der Flüchtlingsströme muss auf internationaler Ebene in Angriff genommen werden. Nicht nur Europa und Italien, sondern die UNO muss sich damit befassen“, so Bagnasco. Er lobte Italiens Engagement für die Flüchtlinge. „Italien tut in diesem Bereich sein Bestes“, sagte der Erzbischof von Genua.

Die Präsidentin von Kärntens Nachbarregion Friaul Julisch Venetien, Debora Serracchiani, äußerte die Hoffnung, dass es nach Sobotkas Rom-Besuch zu einer engeren Kooperation zwischen Italien und Österreich beim Flüchtlingsthema kommen wird. „Dank einer realen Zusammenarbeit zwischen Italien und Österreich bestehen mehr Möglichkeiten, die Migrantenströme zu kontrollieren“, betonte Serracchiani.

„Wie unser Außenminister Paolo Gentiloni mit Recht hervorgehoben hat, gibt es keine Flüchtlingsmassen am Brenner, oder in Tarvis, die nach Österreich drängen. Die von Österreich geforderten Kontrollen sollten in beide Richtungen gelten“, sagte Serracchiani. Sie lobte Österreichs Bereitschaft, in Brüssel den italienischen Plan für eine Kooperation zwischen Europa und den Herkunftsländer der Migranten zu fördern.

apa

stol