Der Regierungschef versammelte am Freitag in Rom das Gremium seines Partito Democratico (PD), um über Napolitanos Nachfolger zu diskutieren. Dabei appellierte der Premier zu Einheit in seiner Partei. Die Gruppierung müsse sich eine Blamage wie im April 2013 ersparen, als die Wahl von zwei Kandidaten der Partei im Parlament wegen internen Divergenzen gescheitert war. Sollte es wieder zu Problemen bei der Präsidentenwahl kommen, würde der PD dafür die Verantwortung tragen.Renzi berichtete, dass der PD einen Tag vor Beginn der Präsidentenwahl am 29. Jänner offiziell den Namen seines Kandidaten bekanntgeben werde. Zuvor werde er in seiner Rolle als PD-Vorsitzender Konsultationen mit anderen Gruppierungen führen, in der Hoffnung auf eine parteiübergreifenden Kandidatur. Wichtigste Ansprechpartner seien dabei die Parteien der Regierungskoalition. "Wir wollen nicht allein, sondern mit allen Parteien zusammenarbeiten", betonte Renzi. Dabei rief er die oppositionelle Cinque Stelle-Bewegung auf, sich aktiv an den Verhandlungen für einen Präsidentenkandidaten zu beteiligen. Das neue Staatsoberhaupt müsse im Interesse des Landes ein "rigoroser Schiedsrichter" sein.Die bevorstehende Präsidentenwahl im Parlament werde nicht die Diskussion über das neue Wahlgesetz und der Senatsreform lahm legen. "Wir stehen einen Schritt vor dem Endergebnis. Das Wahlgesetz ist bald unter Dach und Fach. Die Wahlrechtsreform bedeutet für Italien eine historische Wende: Die erfolgreichste Partei übernimmt die Verantwortung, das Land zu regieren", betonte Renzi, der sich auch mit parteiinternen Angelegenheiten befasste. Er kündigte für November 2017 den nächsten PD-Kongress an.