Montag, 15. Oktober 2018

Süd- und Nordkorea reden über weitere Annäherung

Die beiden koreanischen Staaten treiben ihre Annäherung weiter voran - trotz der Sanktionen gegen die kommunistische Führung in Nordkorea. Wochen nach dem dritten innerkoreanischen Gipfeltreffen dieses Jahr einigten sich hochrangige Vertreter am Montag im Grenzort Panmunjom darauf, dass spätestens ab Anfang Dezember grenzüberschreitende Schienenstrecken und Straßen modernisiert werden sollen.

Die beiden Nachbarländer wollen sich weiter annähern Foto: APA (AFP)
Die beiden Nachbarländer wollen sich weiter annähern Foto: APA (AFP)

Zudem vereinbarten sie Gespräche über militärische Entspannungsmaßnahmen, humanitäre Fragen und eine gemeinsame Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2032, wie südkoreanische Sender berichteten.

Südkoreas Präsident Moon Jae-in und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hatten sich im September in Pjöngjang bei ihrem dritten Gipfel auf eine Reihe von Projekten geeinigt, um mit dem Blick auf einen dauerhaften Frieden die Zusammenarbeit und den Austausch zu fördern. Dazu gehörte auch die Absicht, noch vor Jahresende den Grundstein für die Wiederherstellung der Verkehrsverbindungen über zwei Grenzkorridore im Westen und Osten der geteilten koreanischen Halbinsel zu legen. Ende 2008 hatte Nordkorea die Zugverbindung nach Südkorea weniger als ein Jahr nach ihrer Wiederherstellung wegen zunehmender Spannungen wieder unterbrochen.

Seit Anfang dieses Jahres gehen beide Länder wieder aufeinander zu. Die Annäherung wurde auch durch die Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen im Februar im südkoreanischen Pyeongchang gefördert. Moon und Kim einigten sich im September darauf, auch eine gemeinsame Olympia-Kandidatur für 2032 auf den Weg zu bringen. Am Montag einigten sich jetzt die Delegationen, die Gespräche über eine Bewerbung noch in diesem Monat zu führen.

Zudem streben beide Länder neue Gespräche auf Generalsebene über eine militärische Entspannung und ein gemeinsames Militärkomitee an. Im November sollen sich Vertreter der Rot-Kreuzverbände treffen, um über die Renovierung eines Treffpunkts für getrennte Familien zu reden.

Moon sieht bessere Beziehungen zum Norden als wichtigen Teil der Bemühungen, den Streit über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm zu beenden. Um auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit besser fördern zu können, müssten allerdings auch zunächst bestehende Sanktionen gegen Nordkorea gelockert werden.

Kim hatte bei seinem Treffen mit Moon wie schon zuvor bei seinem Gipfel mit US-Präsident Donald Trump im Juni in Singapur seine grundsätzliche Bereitschaft zur Abrüstung bekräftigt. Kim ließ aber weiter offen, wann und wie sein Atomwaffenarsenal konkret abgebaut werden kann. Die USA fordern von der internationalen Gemeinschaft, die Sanktionen gegen Pjöngjang energisch durchzusetzen, solange es keine praktischen Abrüstungsschritte gibt.

Südkoreas Delegation wurde am Montag von Vereinigungsminister Cho Myoung-gyon und die nordkoreanische Seite vom Vorsitzenden des Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung des Landes, Ri Son-gwon, angeführt.

Frankreich unterstützt die Bemühungen des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. „Wir erwarten nun präzise Verpflichtungen Pjöngjangs”, sagte der französische Staatschef Emmanuel Macron am Montag in Paris im Hinblick auf Nordkorea. Er forderte eine „vollständige, nachprüfbare und unumkehrbare Denuklearisierung”.

Macron machte deutlich, dass die Sanktionen der Vereinten Nationen gegen Nordkorea vorerst weiter angewandt werden sollen. Die Atommacht Frankreich ist ständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates. Moon begann in Frankreich eine mehrtägige Europa-Rundreise.

apa/dpa

stol