Donnerstag, 10. März 2016

Südtirol und die Flüchtlinge: Nun bangt gar Biancofiore

Die konservative Oppositionspartei Forza Italia bangt wegen der negativen Auswirkungen der Kontrollen an der Grenze zu Österreich um die Wirtschaft in Italien, vor allem in Südtirol.

Michaela Biancofiore
Michaela Biancofiore - Foto: © D

Die Kosten der Aussetzung des Schengen-Abkommens für Italien wurden mit zehn Milliarden Euro beziffert. Vor allem für Südtirols Tourismus seien die Auswirkungen eines Flüchtlingsnotstands am Brenner verheerend, klagten Forza Italia-Parlamentarier in Rom.

„Schätzungen zufolge könnten bis zu 120.000 Migranten den Weg über den Brenner einschlagen. Wie reagiert Italien darauf? Mit der Entsendung von 23 zusätzlichen Polizisten zur Brennergrenze. Die Gefahr ist, dass der Brenner zum italienischen Calais wird“, kommentierte die Südtiroler Forza-Italia-Parlamentarierin Michaela Biancofiore bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Rom.

Biancofiore: Renzi ist zu weich

Biancofiore warf Premier Matteo Renzi eine zu weiche Haltung gegenüber Österreich vor. „Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann hatte Renzi schon vor längerer Zeit mitgeteilt, Zäune an der Grenze errichten zu wollen und nicht nur am Brenner. Renzi hat geschwiegen, weil er Österreichs Unterstützung bei der Durchsetzung seiner Anti-Austeritätsforderungen in Brüssel erhalten wollte“, klagte die Parlamentarierin.

„Wir sind gegen die Brenner-Mauer und gegen alle Mauern. Europa hat einen Domino-Effekt zu befürchten. Jeden Tag verlieren wir ein Stück Freiheit. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass Europa im Umgang mit der Flüchtlingsproblematik gescheitert ist“, so Biancofiore.

apa

stol