<b>von Stephan Niederegger</b><BR /><BR />1989 war die Musikkapelle St. Lorenzen zum ersten Mal zu Gast in Wien, damals als offizielle Vertreterin Südtirols beim Österreichischen Blasmusikfest. Seither machten die Lorenzner Musikantinnen und Musikanten immer wieder einen Ausflug in die österreichische Bundeshauptstadt, letzthin mehrmals auf Einladung von Stefan Weber. Weber hat großmütterlicherseits familiäre Wurzeln in St. Lorenzen und besitzt den historischen Ansitz „Wiesenegg“ (Unterkerschbaumer). Wie schon sein Vater Rudolf ist ihm der Kontakt zur Dorfbevölkerung wichtig. Daraus entwickelte sich über all die Jahre eine besondere Freundschaft zur örtlichen Musikkapelle. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1026537_image" /></div> Bereits vor 5 Jahren hat er die Kapelle in seine Heimatstadt eingeladen. 2019 spielte die Musikkapelle im Wiener Konzerthaus. Diesmal stand – 3 Häuserblöcke weiter entlang der Ringstraße – eine Probe im Goldenen Saal auf dem Programm. Renate Futterknecht, die Geschäftsführerin des Wiener Musikvereins, hieß die Südtiroler Gäste willkommen und freute sich über die Premiere. Es war das erste Mal, dass eine Musikkapelle in Tracht auf dieser Bühne spielte – dort, wo seinerzeit etwa Gustav Mahler oder Anton Bruckner ihre musikalischen Erfolge feierten, sich die großen Dirigenten den Taktstock in die Hand geben und die Wiener Philharmoniker seit 1941 ihr jährliches Neujahrskonzert spielen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1026540_image" /></div> Im ersten Teil der Probe erarbeitete der Wiener Dirigent Azis Sadikovic mit der Musikkapelle die „Little Concert Suite“ von Alfred Reed. Anschließend probte Kapellmeister Jakob Augschöll einige der traditionsreichen österreichischen Militärmärsche – natürlich auch den obligatorischen „Radetzky Marsch“. Am nächsten Tag folgte der offizielle Auftritt vor Publikum: Die Musikkapelle gab am Karlsplatz ein rund einstündiges Marschkonzert. Auch dieses wurde für die Musikantinnen und Musikanten zu einem einzigartigen Erlebnis: „Es ist schon ein tolles Gefühl, traditionsreiche Marschmusik vor historischer Kulisse zu spielen.“<BR /> Abseits der offiziellen Termine gab es für die Gäste auch genügend Zeit, in das pulsierende Leben der Kunst- und Kulturhauptstadt einzutauchen. Zurück im Pustertal waren sich alle wieder einig: „Wien ist immer eine Reise wert!“