12 Prozent des Haushaltsbudgets haben die Südtiroler laut dem aktuellen statistischen Jahrbuch des Astat 2022 für Lebensmittel ausgegeben, im Schnitt 441 Euro pro Monat. Und damit jeden Monat rund 60 Euro weniger als noch 2 Jahre davor. <BR /><BR />„In vielen anderen Bereichen sind die Ausgaben hingegen gestiegen, insbesondere beim Wohnen. Das spart man sich dann eben buchstäblich vom Mund ab“, kommentiert dies Silke Raffeiner von der Verbraucherzentrale. „2020 konnten Südtirols Haushalte noch 16,4 Prozent ihrer Ausgaben für Lebensmittel verwenden, 2021 waren es nur noch 15,5 Prozent. Und bei den neuesten Zahlen des Landesstatistikinstitutes Astat im statistischen Jahrbuch liegt der Anteil nur mehr bei 12 Prozent“, weiß Raffeiner und folgert: „Es ist ganz offensichtlich, dass die Südtiroler beim Lebensmitteleinkauf sparen.“ Und zwar nicht nur anteilsmäßig, sondern auch in Euro. <BR /><BR />Innerhalb von 2 Jahren ist demnach das monatlich verwendete Budget fürs Essen um 60 Euro gesunken. Doch wie spart man beim Essen? „Viele Bürger gehen mittlerweile zum Discounter und kaufen die Lebensmittel so günstig wie möglich“, weiß sie. Gespart wird aber auch bei der Wahl der Lebensmittel, teurere Produkte oder vermeintlich Verzichtbares wird weniger konsumiert. <h3> Wohnkosten in 2 Jahren um 500 Euro gestiegen</h3>Wie dramatisch die Schere bei den Ausgaben auseinander geht, offenbaren die Astat-Zahlen zu den Ausgaben der Südtiroler Haushalte eindrücklich. Demnach sind die Kosten für Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe von 1240 Euro pro Monat (2020) um rund 500 Euro auf mittlerweile 1767 Euro pro Monat angestiegen. <BR /><BR />Mehr Geld muss auch für die Mobilität ausgegeben werden. Hier stiegen die Kosten innerhalb von 2 Jahren von 292 auf 328 Euro. Den Gürtel enger schnallen, wenn auch nur geringfügig, können/ müssen die Haushalte hingegen bei Kleidung und Schuhen, sowie beim Bereich Erholung, Veranstaltungen und Kultur. Haben die Südtiroler Haushalte 2020 dafür im Durchschnitt noch 3040 Euro ausgegeben so waren es ein Jahr später schon 3116 Euro. 2022 kletterte der Wert auf monatliche 3670 Euro. <BR /><BR /><embed id="dtext86-65459733_quote" /><BR /><BR />Nennenswert gesunken sind bei den Ausgaben nur die Lebensmittel. Und das geht vielfach, so weiß Raffeiner, auf Kosten der Versorgung mit Vitaminen durch frisches Obst und Gemüse. Doch das Problem, so Raffeiner, setzt sich fort: Weniger Konsum und der Griff zu Produkten zu Billigpreisen gefährden nämlich gleichzeitig auch die Einkommen der Produzenten. „Es braucht auch in der Landwirtschaft faire Löhne und so ist die Ersparnis der Haushalte durchaus ambivalent“, findet sie. <BR /><BR />Bleibt die Frage, wie sich die Südtiroler denn nun ernähren – und auch darauf hat die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale einen kritischen Blick geworfen. Im aktuellen statistischen Jahrbuch der Astat finden sich auch dazu Werte. Auch wenn in der Grafik nur die Häufigkeit des Verzehrs, nicht aber die verzehrte Menge angegeben ist, so kann Raffeiner doch einige Rückschlüsse ziehen. <BR /><BR />„Die Werte für den Fleischkonsum sehen auf den ersten Blick ganz gut aus, doch wenn man alle Fleischarten und die Wurstwaren zusammennehmen würde, sähe das Bild schon anders aus“, erklärt sie. So liegt der durchschnittliche Konsum von Wurstwaren bei zweimal pro Woche, der von Geflügelfleisch ebenso und auch Rindfleisch wird im Durchschnitt zweimal pro Woche gegessen. Nur einmal pro Woche steht Schweinefleisch auf dem Speisezettel. „Diese Häufigkeiten sind eher hoch einzustufen. Es muss also noch immer jede Menge Südtiroler geben, die täglich Fleisch und/oder Wurstwaren konsumieren“, folgert Raffeiner. Als Ernährungsexpertin ist sie damit nicht glücklich: „Aus gesundheitlichen Gründen wäre ein reduzierter Fleischkonsum ratsam“, mahnt sie, „Obst und Gemüse sollte jeder 5 Portionen pro Tag zu sich nehmen, also 35 in der Woche. Diesen Wert erreichen wir nicht.“