Montag, 11. Juni 2018

Süßen mit Stevia – aber was ist das überhaupt?

Die aus Südamerika stammende Stevia-Pflanze wird von der indigenen Bevölkerung bereits seit Jahrhunderten als natürliches Süßungsmittel verwendet. In der EU sind lediglich Steviolglykoside als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen – kalorienfrei, keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und erzeugt keine Karies. Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) nennt Fakten zu der Pflanze.

In der EU darf die Stevia-Pflanze bislang nicht als Lebensmittel verwendet werden.
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In der EU darf die Stevia-Pflanze bislang nicht als Lebensmittel verwendet werden. - Foto: © shutterstock

Steviolglykoside sind in den Blättern der Stevia-Pflanze enthalten und verleihen diesen einen süßen Geschmack, weswegen die Pflanze auch Süßblatt oder Honigkraut genannt wird. Die indigene Bevölkerung hat die Blätter bereits seit Jahrhunderten als natürliches Süßungsmittel verwendet.

Kalorienfrei und kein Einfluss auf den Blutzuckerspiegel

In der EU darf die Stevia-Pflanze bislang nicht als Lebensmittel verwendet werden. Lediglich die extrahierten und gereinigten Steviolglykoside sind seit 2011 als Lebensmittelzusatzstoff E 960 zugelassen. Steviolglykoside sind kalorienfrei, haben keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und erzeugen keine Karies.

Im Vergleich zu Haushaltszucker haben sie etwa die 300-fache Süßkraft, ihr lakritzartiger Nachgeschmack kann jedoch störend sein. Steviolglykoside dürfen für bestimmte Lebensmittel – wie Erfrischungsgetränke, zuckerfreie Süßigkeiten, Joghurt, Kaugummi – und als Tafelsüße verwendet werden. Dabei sollten die Verbraucher die erlaubte Tagesdosis von 4 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten, klären die Experten der VZS auf. Aus diesem Grund werden Steviolglykoside meist mit anderen Süßstoffen oder Zuckeraustauschstoffen wie Erythrit gemischt.

Anders als die Verpackungen der gesüßten Lebensmittel es glauben machen, sind Steviolglykoside nicht „natürlicher“ als andere Süßstoffe. Sie werden durch aufwändige chemische Verfahren und unter Einsatz von viel Wasser aus den getrockneten Stevia-Blättern extrahiert, gereinigt, isoliert und konzentriert. Die Herstellung erfolgt meist in China.

stol

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