Sonntag, 04. März 2018

Syrer fliehen vor Assad-Truppen in Ost-Ghouta

In der syrischen Rebellen-Enklave Ost-Ghouta sind Medien- und Augenzeugenberichten zufolge zahlreiche Menschen auf der Flucht vor den heranrückenden Regierungstruppen. Sie verließen ihre Häuser dort, wo die Soldaten von Präsident Bashar al-Assad die Kontrolle übernommen hätten, teilte ein Zeuge am Sonntag mit. Die Flüchtlinge versuchten, im Zentrum der Region Ost-Ghouta Unterschlupf zu finden.

Viele Menschen sind auf der Flucht.
Viele Menschen sind auf der Flucht.

Der Fernsehsender Orient TV, der der Opposition nahe steht, berichtete, der Vormarsch der Assad-Truppen habe die Flucht ausgelöst.

Ost-Ghouta vor den Toren der Hauptstadt Damaskus ist eines der letzten größeren Rückzugsgebiete der Aufständischen. Es wird von islamistischen Rebellengruppen kontrolliert. Rund 400.000 Menschen sind dort seit Jahren eingeschlossen. Russland hatte kürzlich eine Feuerpause von fünf Stunden täglich erklärt, um Menschen aus Ost-Ghouta heraus- und Hilfslieferungen hineinzubringen. Doch diese Kampfpause ist brüchig. (STOL hat berichtet)

Ein für Sonntag geplanter Hilfskonvoi der Vereinten Nationen (UNO) und anderer Hilfsorganisationen wurde nach UNO-Angaben abgesagt. „Der Konvoi nach Ost-Ghouta kann heute nicht fahren“, sagte ein UNO-Vertreter. Man bleibe aber in Bereitschaft, um die Hilfsgüter sofort auf den Weg zu bringen, sobald die Situation dies erlaube. Rund 40 Lastwagen sollen dringend benötigte Lebensmittel und Medikamente nach Duma in der Region Ost-Ghouta schaffen.

Nur ein kleiner Konvoi mit Gütern für 7.200 Menschen hatte Mitte Februar sein Ziel erreicht. Es war in diesem Jahr bisher der einzige.

apa/reuters

stol