Zuvor hatte der Sprecher des Komitees, Yahya al-Aridi, in Wien gesagt, die Entscheidung über eine Teilnahme des SNC an den Gesprächen in Sotschi werde Verhandlungsführer Nasr Hariri am Samstag auf einer Pressekonferenz bekanntgeben.Al-Aridi äußerte sich am Freitagabend zum Abschluss der neunten Verhandlungsrunde unter UNO-Vermittlung, die zwei Tage lang in der Bundeshauptstadt geführt worden waren. Es seien „harte Gespräche” gewesen, sagte er. Wie bei den acht vorherigen Runden in Genf hatten Vertreter der syrischen Opposition und der syrischen Regierung getrennt voneinander mit dem UNO-Syrien-Beauftragten Staffan de Mistura gesprochen.Russland ist ein enger Verbündeter von Syriens Machthaber Bashar al-Assad. Parallel zu den UNO-geführten Gesprächen will Russland in Sotschi Gespräche über eine Beendigung der Kämpfe in Syrien anstoßen und wird darin vom Iran und von der Türkei unterstützt. Der Westen und die syrische Opposition stehen der russischen Initiative skeptisch gegenüber. Sie befürchten, dass Moskau die UNO-Bemühungen untergraben und eine Vereinbarung zu Assads Gunsten herausholen will.Die Friedensgespräche in Wien standen laut UN-Sondergesandte für Syrien Staffan de Mistura ganz im Zeichen einer neuen Verfassung für das vom Bürgerkrieg gezeichnete Land. Konkrete Fortschritte oder die offenbar vereinbarte Waffenruhe erwähnte er in der Nacht auf Samstag aber nicht. Ungewiss bleibt indes die UNO-Teilnahme an der Konferenz in Sotschi.”Ich werde den UNO-Generalsekretär Antonio Guterres über den Ausgang der Wiener Gespräche unterrichten. Er soll entscheiden, ob die UNO die Einladung für die Sotschi-Gespräche annehmen soll, oder nicht”, erklärte de Mistura in einem kurzen Statement zum Abschluss des zweitägigen Treffens in Wien. Der Diplomat fügte noch hinzu, dass ein sicheres, ruhiges und neutrales Umfeld für die Gespräche nötig seien.In dem russischen Schwarzmeerbadeort Sotschi findet am Montag und Dienstag der von Moskau organisierte „Kongress der Völker Syriens” statt. Dort treten Russland und der Iran als Verbündete der syrischen Regierung auf, die Türkei als Schutzmacht der Opposition.Der Bürgerkrieg in Syrien wütet seit März 2011. Mehr als 340.000 Menschen wurden bereits getötet. Russland hatte auf Bitten Assads im September 2015 militärisch in den Konflikt eingegriffen. Dank der Unterstützung der russischen Luftwaffe gewannen die syrischen Regierungstruppen in der Folge die Oberhand über die Rebellen sowie bewaffnete islamistischen Kämpfer, die heute nur noch wenige Gebiete des Landes kontrollieren.apa/ag.