Dienstag, 06. Oktober 2015

Syrien und Verbündete planen nach russischen Angriffen Bodenoffensive

Das Bombardement Russlands im Westen Syriens trägt das Siegel des Anti-IS-Kampfes. Doch mehr als 40 Rebellengruppen werfen Moskau ein Massaker an Zivilisten vor. Den russischen Luftangriffen soll eine Bodenoffensive der Assad-Truppen und seiner Verbündeten folgen.

Den russischen Luftangriffen auf Rebellengebiete im Westen Syriens soll sich eine Bodenoffensive anschließen. Für den Angriff nördlich der Stadt Homs würden Tausende Kämpfer der syrischen Streitkräfte, der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah, der iranischen Revolutionsgarden und verbündeter Milizen mobilisiert, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus dem Umfeld eines von der Hisbollah geführten Bündnisses. Die Bodenoffensive dürfte scharfe Kritik westlicher und sunnitischer Staaten hervorrufen, die in der Region aktive Rebellen unterstützen.

Russland hatte argumentiert, seine Bombenangriffe richteten sich gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und andere terroristische Organisationen. Einige Rebellengruppen, die den Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad anstreben, werden vom Westen aber nicht als terroristisch, sondern als gemäßigt angesehen, auch wenn sie mit Islamistentruppen taktische Bündnisse eingehen.

Die von russischen Flugzeugen beschossene Region ist eine der ältesten Oppositionshochburgen in dem mehrjährigen Bürgerkrieg in dem Land. Mehrere Gruppen wie etwa die Al-Nusra-Front sind dort aktiv. Der syrische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida kämpft mit anderen Rebellen gegen das Regime und den IS. Die Terrormiliz, die Teile im Osten und Norden des Landes kontrolliert, soll in der Region nicht präsent sein.

dpa

stol