Samstag, 23. September 2017

Syrien: USA nehmen Chemiewaffen als „Vorwand“ für Luftangriff

Die USA nutzten den Vorwurf mutmaßlicher Einsätze von Chemiewaffen in Syrien nach Worten von dessen Außenminister Walid al-Muallim als „Vorwand“ für den überraschenden Luftangriff im April.

Al-Muallim bekräftigte vor der UN-Vollversammlung am Samstag in New York, die USA haben die Luftangriffe auf Syrien im April unter einem Vorwand durchgeführt.
Al-Muallim bekräftigte vor der UN-Vollversammlung am Samstag in New York, die USA haben die Luftangriffe auf Syrien im April unter einem Vorwand durchgeführt. - Foto: © shutterstock

„Es gibt ein schlecht durchdachtes Vorhaben, das wahre Bild der syrischen Regierung in der internationalen öffentlichen Wahrnehmung zu trüben und neue Vorwände zu erfinden, um die Aggression gegen Syrien fortzusetzen“, sagte Al-Muallim vor der UN-Vollversammlung am Samstag in New York. Das sei auch beim US-Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien Anfang April der Fall gewesen.

US-Präsident Donald Trump hatte den Angriff mit 59 Marschflugkörpern auf den Stützpunkt Al-Schairat angeordnet, von dem ein mutmaßlicher Sarin-Angriff ausgegangen sein soll. Dabei waren in der Stadt Chan Scheichun am 4. April nach UN-Angaben mindestens 83 Menschen getötet und fast 300 verletzt worden.

UN-Menschenrechtsexperten hatten die syrische Luftwaffe dafür verantwortlich gemacht. Es war der erste direkte Angriff der USA auf die syrische Armee.

Sechs Jahre hätten andere Länder „Lügen kolportiert“ und die Regierung in Damaskus fälschlicherweise beschuldigt, Chemiewaffen einzusetzen, sagte Al-Muallim in New York. Es sei „ironisch“, dass das von den USA angeführte Bündnis in Syrien mehr unschuldige Syrer als Terroristen getötet habe.

dpa

stol