Mittwoch, 15. Februar 2017

Syrien weist Giftgas-Vorwürfe von Human Rights Watch zurück

Die syrische Regierung hat dem Bericht einer Menschenrechtsgruppe über Giftgaseinsätze jegliche Glaubwürdigkeit abgesprochen.

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Das Gutachten von Human Rights Watch (HRW) stütze sich auf „terroristische Medienquellen und gefälschte Augenzeugenberichte“, erklärte das Außenministerium in Damaskus am Mittwoch laut syrischen Staatsmedien.

Der Bericht sei „unprofessionell und unwissenschaftlich“ und enthalte „falsche Anschuldigungen“, weswegen ihn die syrische Regierung komplett zurückweise, so das Außenministerium weiter.

Laut HRW hatten regierungstreue Truppen Ende 2016 in der Schlacht um Aleppo mehrmals gezielt Giftgas eingesetzt. Zwischen dem 17. November und dem 13. Dezember hätten Armeehubschrauber mindestens acht Mal Giftgasangriffe in Aleppo verübt und dabei neun Menschen getötet und etwa 200 weitere verletzt, hieß es in dem am Montag vorgestellten Bericht.

Human Rights Watch gab an, für den Report Augenzeugen befragt, Videos gesichtet und Fotos gesammelt zu haben. Aus diesen Quellen zog HRW den Schluss, dass die regierungstreuen Truppen Chlorgas-Bomben abgeworfen hätten. Die Angriffe richteten sich demnach gegen einen Spielplatz, Krankenhäuser, Wohngegenden und einzelne Häuser. Chlorgas wird in der Chemiewaffen-Konvention, die Syrien 2013 unterzeichnet hatte, ausdrücklich geächtet.

apa/afp

stol