Samstag, 24. Januar 2015

Syriza-Ökonom fordert Schuldenschnitt für Griechenland

Vor der griechischen Parlamentswahl am Sonntag hat der Chefökonom der in Umfragen führenden Linkspartei Syriza einen Schuldenschnitt für Griechenland gefordert.

Foto: © APA/EPA

Auch Deutschland sei mit einem Schuldenerlass von mehr als 50 Prozent 1953 wieder auf die Beine gekommen, sagte der Athener Professor für Politische Ökonomie, John Milios, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag).

Er drängte die Europäische Zentralbank, über den umstrittenen Aufkauf von Staatsschulden noch hinauszugehen, um hoch verschuldete Euro-Staaten zu entlasten, „ohne die Steuerzahler zu belasten“. Zudem müssten die Sparvorgaben für Griechenland gelockert werden, weil sie Athen die Mittel für Wachstums- und Sozialpolitik nähmen.

Der Leiter des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Athen, Christos Katsioulis, sagte, die Athener Reformen hätten zu keiner Verbesserung im Alltag der Griechen geführt. Die EU und Athen erwarteten eine Lösung jeweils vom anderen, sagte Katsioulis im Deutschlandradio Kultur.

„Während Europa darauf wartet, dass Griechenland endlich alle Reformen durchführt, warten die Griechen darauf, dass Europa endlich die Rahmenbedingungen verändert, so dass sie wieder einen Aufschwung erleben können“, sagte Katsioulis. Die Wahl sei ein Anlass, die Reformen mit dem Ziel zu überdenken, „dass die griechische Wirtschaft so funktioniert, dass sie in der Lage ist, diese Schulden abzubezahlen.“

dpa

stol