Sonntag, 15. Juli 2018

Tag der Trauer in Pakistan

Nach dem verheerendsten Selbstmordanschlag seit Jahren in Pakistan mit mindestens 140 Toten hat das Land am Sonntag einen Tag der Trauer begangen. Premierminister Nasirul Mulk ordnete an, die Nationalflagge auf dem Regierungsgebäude in Islamabad auf halbmast zu setzen.

An eine Rückkehr zur Normalität ist in Pakistan noch nicht zu denken. - Foto: APA (AFP)
An eine Rückkehr zur Normalität ist in Pakistan noch nicht zu denken. - Foto: APA (AFP)

Damit sollte der Opfer des Anschlags am Freitag auf eine Wahlkampfveranstaltung im Süden des Landes sowie von weiteren Anschlägen auf Wahlkämpfer innerhalb weniger Tage gedacht werden. Insgesamt kamen dabei nach offiziellen Angaben mindestens 160 Menschen ums Leben.

Die Attacke bei der Wahlkampfveranstaltung in der Region Mastung in der Südprovinz Baluchistan am Freitag hatte einer großen Zusammenkunft der Baluchistan-Awami-Partei gegolten. Weitere 200 Menschen seien verletzt worden, als sich ein Selbstmordattentäter in die Luft sprengte, hieß es.

Extremes Sicherheitsaufgebot bei den Wahlen

Nach dem Terroranschlag reklamierte sowohl die Terrormiliz „Islamischer Staat” (IS) als auch die Ghazi-Gruppe der radikalislamischen Taliban die Tat für sich. Unter den Toten war auch ein Kandidat für die Provinzparlamentswahl. Am 25. Juli wählen mehr als 100 Millionen wahlberechtigte Pakistaner eine neue Nationalversammlung sowie Provinzparlamente.

Seit 2015 war die Zahl der Anschläge in Pakistan vor allem wegen massiver Militäroffensiven gegen einige der Islamistengruppen stark zurückgegangen. Trotzdem hat die Wahlkommission das Militär gebeten, die Wahlen mit rund 370.000 Sicherheitskräften zu schützen.

apa/dpa

stol