Donnerstag, 05. März 2015

„Tag des offenen Gebetsraums“

Je mehr man erfährt, je mehr will man wissen.

Menschen informierten sich auch über die Inhalte des Korans. Foto: uri
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Menschen informierten sich auch über die Inhalte des Korans. Foto: uri

Am Samstag hatten die in Brixen beheimateten islamischen Religionsgemeinschaften „Islamic Center“ und „Al Amana“ zum ersten Mal zum Besuch ihrer Gebetsräume im Syncom-Center in der Industriezone und in der Pfarrbibliothek Milland eingeladen. Von 14 bis 17 Uhr hatten interessierte Bürger die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die muslimischen Glaubensregeln, die religiösen Werte und über die unterschiedlichen Strömungen im Islam zu informieren. Beide Religionsgemeinschaften wollten mit dem „Tag des offenen Gebetsraums“ deutlich machen, dass Muslime Teil des Brixener Alltags sind. Menschen, die sich in vielen Vereinen, Kultur- und Bildungseinrichtungen engagieren. Menschen, die ein großes Interesse an der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Stabilität Südtirols haben und dazu ihren positiven Beitrag leisten wollen.

Viele Brixener Bürger waren es nicht, die diese Möglichkeit zum Kennenlernen und Hinterfragen wahrnahmen. Jamil Cheema vom Verein Islamic Center zählte etwa 15 Besucher, laut Abdeslam Termassi vom Verein Al Amana kamen bis kurz vor Schluß ungefähr 50 interessierte Brixener in den Millander Gebetsraum. Beide Vertreter der islamischen Gemeinden sehen in einem Tag des offenen Gebetsraums aber eine ideale Begegnungsmöglichkeit, um sich ein persönliches und unverfälschtes Bild der Brixner Muslime machen zu können. Somit sollte dieses erste Mal auch nicht das letzte Mal gewesen sein.

 

Die Vereinigung „Islamic Center Brixen“ hat ihren Gebetsraum erst seit sechs Monate im Syncom-Gebäude. Vorher trafen sich die Gläubigen im Veranstaltungszentrum Forum zum Gebet. Laut Jamil Cheema, der selbst seit 2006 in Brixen lebt, kommen etwa 30 Muslime regelmäßig in den Gebetsraum. Zum Freitagsgebet sind es schon mal 80 Gläubige, die überwiegend aus Pakistan, Indien und Bangladesch stammen. Im Gebetsraum des Vereins Al Amana treffen sich vorwiegend Muslime aus Nordafrika, Kroatien und Albanien. Die überwiegende Zahl der Mitglieder beider Vereine gehöre der sunnitischen Glaubensrichtung an, der deutlich größten Gruppe innerhalb des Islams. Schiiten gäbe es nur wenige, Anhänger der ultrakonservativen Salafisten wären gar nicht dabei, so Jamil Cheema.

 

 

stol