Dienstag, 21. August 2018

Taliban lassen in Afghanistan 160 Zivilisten frei

In Afghanistan haben die radikal-islamischen Taliban mehr als 160 Zivilisten nach einem Tag Geiselhaft freigelassen. Mindestens 20 Polizisten und Soldaten würden aber noch festgehalten, teilten die örtlichen Behörden am Dienstag mit. Die Taliban hatten am Montag in der Nähe der nordafghanischen Provinz Kunduz fast 200 Bus-Passagiere in ihre Gewalt gebracht.

Die Lage in Afghanistan ist hochexplosiv. -  Foto: APA/AFP
Die Lage in Afghanistan ist hochexplosiv. - Foto: APA/AFP

„Mehr als 160 Zivilisten sind sicher nach Hause zurückgekehrt“, sagte ein Mitglied des Provinzrates in Kunduz. „Mindestens 20 Soldaten und Polizisten haben die Taliban aber an einen unbekannten Ort verschleppt.” Zwei Taliban-Kommandanten bestätigten die Freilassung. Einer von ihnen sagte, die Taliban wollten keine Zivilisten verletzen, die Soldaten und Polizisten würden aber als Gefangene festgehalten.

Entführung ging gegen Soldaten und Polizisten

„Wir wollten der Regierung die klare Botschaft schicken, dass wir viele Angriffe starten und sie auf jeder Ebene besiegen können”, sagte der Taliban-Kommandant.

Schüsse vor dem Präsidentenpalast

Die Freilassung der Geiseln wurde kurz nach dem Einschlag mehrere Raketen in der Nähe des Regierungsviertels in Kabul bekanntgegeben. Das Innenministerium teilte mit, einige Geschoße seien in der Nähe des Präsidentenpalastes und Botschaftsgebäuden niedergegangen. Wer dafür verantwortlich ist, war zunächst nicht klar.

Anschläge trotz Waffenruhe

Die Taliban kämpfen seit Jahren gegen die vom Westen unterstützte Regierung in Kabul. Diese hatte den Taliban am Wochenende trotz mehrerer Anschläge eine Waffenruhe während des islamischen Opferfestes in dieser Woche angeboten. Die Extremisten lehnten dies allerdings ab.

apa/ag.

stol