Mit diesem „neuen Weg“ meint Schweigkofler eine Ausrichtung des Festivals weg von den traditionellen Abendveranstaltungen, „dem, was zwischen 20 und 22 Uhr auf der Bühne passiert.“Sondern: „Die Kunst der Zukunft wird sich sehr stark daran orientieren, wie sie der Gesellschaft dienen kann“, erklärte Schweigkofler.Tanz Bozen habe mit der 28. Ausgabe des Festivals einen solchen Weg eingeschlagen, und dieser „macht uns sehr große Freude.“Schweigkofler meint damit das Herausgehen aus dem Theater auf Plätze und Straßen, das Miteinbeziehen der Bürger – ob Kinder oder Senioren – aber auch den Austausch mit Einrichtungen wie Altersheimen oder dem Sanitätsbetrieb.Eine Begegnung zwischen GenerationenIn diesem Sinne auch das Motto des diesjährigen Tanzfestivals: „Generations“. Dabei spielt das Leitmotiv sowohl thematisch in den Aufführungen eine Rolle, lässt sich aber auch im Altersunterschied der Darsteller erkennen: Die Spanne reicht von 9 bis 96 Jahren.Besonders heraussticht dabei das Projekt „bolzanopeople“ von Michela Lucenti und Maurizio Camilli („Baletto Civile“): Bewohner des Altersheims Don Bosco und des Pflegeheims Villa Europa sowie deren Betreuer und Familienangehörige erarbeiten zusammen eine Performance.Heimleiterin Serena Bergesio sieht in dem Projekt einen großen Mehrwert: „Zwischen Senioren, Betreuern und Familienmitgliedern gab es eine wunderbare Chemie und viel Energie.“ „Tentativo #1“, so nennt sich die Performance, wird am 23. und 24. Juli im Stadttheater gezeigt.Den Kindern ist das neue Programm „KIDS!“ gewidmet. Dabei sind sowohl zwei Aufführungen für Kinder im Alter bis sieben und von sechs bis zwölf Jahren von „Takla Improvising Group“ und Simona Bucci vorgesehen, als auch eine die „Nacht im Theater“.Von sieben Kindern wird die Choreografie „Il ballo del qua“ interpretiert, die in Zusammenarbeit mit der „Compagnia Abbondanza/Bertoni“ entstanden ist. (25. Juli).„Nicht-Profis“ stehen außerdem beim Stück „DisGo“ der britischen „Fleur Darkin Company“ auf der Bühne. Profis, Kursteilnehmer, Freizeittänzer und Publikum werden gemeinsam tanzen (20. und 21. Juli).Und auch beim Auftragswerk „Der Alte, der sitzt, sieht weiter als der Junge, der steht" unter der Leitung von Roberto Castello (Aldes) ergänzen Senioren und vier Bozner Kinder das Ensemble aus Tänzern von „Alps Move“ und „Aldes“. Das Stationentheater ohne Sitzplatz führt das Publikum bei Neumond auf den Kohlerer Berg (19. und 20. Juli).Internationale TanzgrößenBeim Tanzfestival dürfen internationale Tanzgrößen aber nicht fehlen: So ist etwa Carolyn Carlson – eine Meisterin des zeitgenössischen Tanzes – gar dreimal zu sehen: mit ihrer Aufführung „Synchronicity“, einer Masterclass und im Rahmen eines Künstlergesprächs in der Museion Passage.Indische Tanzformen in Verbindung mit dem zeitgenössischen Tanz bringt der Anglo-Inde Aakash Odedra auf die Bühne des Stadttheaters. Er zeigt Werke von Russell Maliphant, Sidi Larbi Cherkaoui und Akram Khan.In der Aufführung „Irgendwo“ von Renegade/Malou Airaudo, Tänzerin, Choreografin und ehemaliges Mitglied des Wuppertaler Tanztheater von Pina Bausch, finden sich hingegen Hip Hop und zeitgenössischer Tanz. Fünf Breakdancer treffen auf vier Tänzer mit zeitgenössischer Ausbildung.Tanz Bozen gibt sich ökologischBesonderes Augenmerk will man aber auch auf ökologische Themen legen. Bereits bei der Eröffnung am 16. Juli spielt das Stück „Cendrillon – Ballett recyclable“ von Philippe Lafeuille (Compagnie La Feuille D’Automne) – im Rahmen des 2010 lancierten Projektes Going Green – mit dem kreativen Umgang von Plastik.Im Foyer des Stadttheaters Bozen baut der Künstler Filippo Andreatta (Office for a Human Theatre – OHT) ein Rasenfläche auf – „the Green Street“. „Die Besucher können darauf spazieren gehen – auch barfuß – und halten so die Installation am Leben“, erklärte Andreatta in Bozen.Movie und eXtramotion Auch in diesem Jahr fehlen nicht die bewährten Programme „Movie & Dance“ und „eXtramotion“.Ersteres bietet in Zusammenarbeit mit Cineplexx Bozen verschiedene Filme zum Thema Tanz in 3D sowie heuer erstmals Kurzfilme und Reportagen im Container „19x19“, der während des Festivals auf dem Verdiplatz vor dem Stadttheater aufgebaut ist.Bei „eXtramotion“ trifft das Publikum bei Künstlergesprächen auf Tänzer und Choreografen.Programmüberblick„Jedes Jahr wird das Programm umfangreicher“, kommentierte Manfred Schweigkofler heute in Bozen. Den besten Überblick über alle Termine und Veranstaltungen erhalten Interessierte hier.ba