Dienstag, 03. März 2015

Tausende Freunde und Anhänger nehmen Abschied vom Boris Nemzow

Tausende Menschen nahmen in Moskau Abschied vom ermordeten Oppositionspolitiker Boris Nemzow, dessen Leichnam am Dienstag vor dem eigentlichen Begräbnis im Moskauer Sacharow-Museum aufgebahrt worden ist.

Foto: © APA/EPA

Der Zustrom wollte am Dienstag zunächst kein Ende nehmen: Zwei Stunden nach Beginn der Verabschiedungszeremonie war die Schlange in Richtung Sacharow-Museum noch immer deutlich mehr als einen Kilometer lang, bewacht von einem Polizeigroßaufgebot. Für den Fall von Ausschreitungen sind in Wurfweite zwei Gefängnis-Lastwägen geparkt.

„Er hat uns gezeigt, dass man dieses System nicht fürchten muss“, erklärt Ex-Dumaabgeordneter Walentin Michajlow, der in der Schlange wartet. Ende der Neunzigerjahre habe er Nemzow zwar kritisch gesehen: „Doch im letzten Jahrzehnt hat er alles absolut richtig gemacht“, fügt der Expolitiker hinzu.

„Er war schön – nicht nur äußerlich. Auch seine innere Welt war schön“, sagt eine ältere Frau, die ebenso wartet. Sie und ihr Gatte hätten Nemzow und seine Familie sehr gut gekannt.

Aber nicht nur viele persönliche Bekannte des Ermordeten sind gekommen, es dominieren Anhänger und Fans aus allen Altersschichten.

apa

stol