Samstag, 19. August 2017

Terror in Spanien: Wer sind die mutmaßlichen Täter?

Bei den Ermittlungen nach den Terrorangriffen in Barcelona und Cambrils sind noch viele Fragen offen. Der katalanische Innenminister sagte, es werde noch nach „zwei oder drei“ Verdächtigen gefahndet und widersprach seinem Amtskollegen von der spanischen Zentralregierung, dass die Zelle zerschlagen sei. Der Hauptverdächtige ist möglicherweise noch flüchtig.

Bei den Ermittlungen nach den Terrorangriffen in Barcelona und Cambrils sind noch viele Fragen offen.
Bei den Ermittlungen nach den Terrorangriffen in Barcelona und Cambrils sind noch viele Fragen offen. - Foto: © LaPresse

WIE VIELE MITGLIEDER HATTE DIE ZELLE?

Die Polizei geht nach eigenen Angaben von einer zwölfköpfigen Zelle aus. Fünf der mutmaßlichen Attentäter seien bei dem Anti-Terror-Einsatz in Cambrils getötet worden. Vier wurden demnach verhaftet, drei weitere identifiziert. Bis zu zwei weitere starben möglicherweise bei der Explosion in Alcanar.

NACH WEM WIRD GEFAHNDET?

Das Hauptaugenmerk der Fahnder richtet sich spanischen Medienberichten zufolge auf einen 22-jährigen Marokkaner. Er sei der Bruder eines der getöteten Terrorverdächtigen von Cambrils, hieß es. Er stamme aus der Kleinstadt Ripoll rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona.

WARUM WURDE NACH MOUSSA OUKABIR GEFAHNDET?

Die Sicherheitskräfte fahndeten zunächst dem 17-Jährigen als mutmaßlichem Haupttäter. Er soll seinem älteren Bruder dessen Pass gestohlen und damit den Transporter angemietet haben, mit dem der Terroranschlag in Barcelona verübt wurde. Später teilte die Polizei mit, er sei als einer der Toten von Cambrils identifiziert worden. Es gebe keine „ausreichenden Beweise“, dass er das Tatfahrzeug gesteuert habe.

WAS PASSIERTE IN ALCANAR?

Am Mittwoch könnten bei einer Explosion in dem Wohnhaus in Alcanar südlich von Tarragona ein oder möglicherweise zwei Verdächtige umgekommen sein. Die Beamten vermuteten, dass die Gruppe dort Sprengstoff lagerte und ein noch größeres Attentat als das in Barcelona vorbereitete. Die Zeitung „La Vanguardia“ berichtete, die Terrorzelle habe in dem Wohnhaus drei Autobomben präparieren wollen. Die Polizei durchsuchte am Samstag das Haus eines Imams in Ripoll und suchte DNA-Spuren. Er könnte sich zum Zeitpunkt der Explosion in dem Haus in Alcanar aufgehalten haben.

dpa

stol