Sonntag, 08. Januar 2017

Terror: „Wir Italiener werden auch einen Preis zahlen“

Der italienische Polizeichef Franco Gabrielli hält fundamentalistische Anschläge in Italien für durchaus möglich. „Wir dürfen uns keinen Illusionen hingeben. Auch wir Italiener werden einen Preis zahlen, es besteht kein Zweifel“, so Gabrielli nach Medienangaben.

Polizeichef Franco Gabrielli hält fundamentalistische Anschläge in Italien für durchaus möglich.
Polizeichef Franco Gabrielli hält fundamentalistische Anschläge in Italien für durchaus möglich. - Foto: © LaPresse

Die Menschen dürften sich jedoch von der Angst nicht beeinflussen lassen und sollten weiterhin ein normales Leben führen. „Es wäre eine Niederlage, wenn wir uns in unserem Alltag von der Angst beeinflussen lassen würden“, so Gabrielli.

Der Polizeichef hatte während des im November zu Ende gegangenen Heiligen Jahres einen Sicherheitsplan umgesetzt, der wegen seiner Effizienz hochgelobt wurde.

Gabrielli betonte, dass Italien verstärkt Ausländer mit Verbindungen zu fundamentalistischen Kreisen ausweisen wolle. Seit Anfang 2015 habe Italien bereits 134 radikalisierte Ausländer abgeschoben. „Einige von ihnen standen dem IS nahe und waren zu Anschlägen bereit“, kommentierte Gabrielli.

Die Vorbeugungsmaßnahmen wurden verschärft, nachdem der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri am 23. Dezember nahe Mailand von einem Polizisten erschossen wurde (STOL hat berichtet). Vermutet wird, dass Amri, der einige Jahre auf Sizilien in Haft verbracht hatte, gute Kontakte zu fundamentalistischen Kreisen in Italien hatte.

stol/apa

stol