Samstag, 22. August 2015

Terroranschlag im Zug heldenhaft vereitelt - Video

US-Soldaten haben in einem französischen Schnellzug zwischen Amsterdam und Paris einen schwer bewaffneten Mann überwältigt und damit möglicherweise ein blutiges Drama verhindert.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen, nachdem der Mann am Freitagabend in dem Thalys-Zug mindestens einen Schuss abgefeuert hatte.

Der 26-jährige Täter war den Geheimdiensten wegen Terrorverbindungen bekannt. Belgiens Regierungschef Charles Michel sprach von einem „Terroranschlag“.

Der Mann schoss nach Behördenangaben einen Passagier an, ein zweiter wurde mit einem Teppichmesser verletzt. Der Bewaffnete wurde von zwei US-Soldaten überwältigt, die sich zufällig an Bord des Zuges befanden.

Nach ersten Angaben der Ermittler hatten sie gehört, wie der Mann in der Zugtoilette seine Waffen lud. Der Schütze war demnach mit einem Kalaschnikow-Gewehr, einer Pistole, neun Magazinen und einem Teppichmesser bewaffnet.

"Heldenhafte Tat"

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve lobte die US-Soldaten für ihre „Kaltblütigkeit“ und ihren Mut. Sie hätten ein möglicherweise „schreckliches Drama“ verhindert. Auch US-Präsident Barack Obama dankte den beiden für ihren Mut und ihre schnelle Reaktion. „Ihre heldenhafte Tat hat möglicherweise eine viel schlimmere Tragödie verhindert“, erklärte er.

Wie CNN berichtete, handelt es sich um ein Mitglied der US-Luftwaffe sowie einen Angehörigen der Nationalgarde. Demnach soll ein weiterer, mitreisender US-Amerikaner geholfen haben, den Angreifer zu überwältigen.

26-jähriger Marokkaner festgenommen - war in Syrien 

Der Verdächtige wurde am Bahnhof im nordfranzösischen Arras festgenommen. Er war in Brüssel zugestiegen. Nach ersten Ermittlungen handelt es sich um einen 26-Jährigen marokkanischer Abstammung, über den eine Geheimdienstakte vorlag. Er habe zeitweise in Spanien gewohnt.

Laut der spanischen Zeitung „El Pais“ war er vom spanischen Geheimdienst als radikal eingestuft und den französischen Behörden gemeldet worden. Er soll in jüngster Zeit nach Syrien gereist sein.

CNN zeigt angebliches Handy-Video aus Thalys-Zug

Der US-Fernsehsender CNN hat ein Video veröffentlicht, das Szenen nach den Schüssen in einem Thalys-Zug zeigen soll. Darauf ist zu sehen, wie ein Mann mit nacktem Oberkörper am Boden liegt, seine Hände sind auf dem Rücken gefesselt. Außerdem ist ein Mann mit einer Verletzung im Nacken zu erkennen.

Auf einem der Thalys-Sitze steht eine Waffe, bei der es sich um ein Sturmgewehr handeln könnte. 

apa/dpa

stol