Samstag, 02. September 2017

Test für Roms Bürgermeisterin: Verkehrsbetrieben droht Insolvenz

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi von der Fünf-Sterne-Bewegung steht vor einer ihrer größten Herausforderungen: Die hoch verschuldete Verkehrsgesellschaft der Stadt (Atac) muss saniert werden. Misslingt dies, könnte Raggi ihren Posten verlieren.

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi von der Fünf-Sterne-Bewegung.
Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi von der Fünf-Sterne-Bewegung. - Foto: © LaPresse

Atac steht bei ihren Gläubigern mit knapp 1,4 Milliarden Euro in der Kreide. Das Unternehmen hatte am Freitag eine Restrukturierung angekündigt.

Raggi verspricht eine „Revolution, die die größte öffentliche Verkehrsgesellschaft Europas in ein effizientes Unternehmen verwandelt“. Der radikale Umbau erfordere Mut, erklärte sie bei Facebook. „Die ehrlichen Arbeiter haben nichts zu befürchten.“ Entlassungen oder eine Privatisierung schloss sie aus.

Die 39-jährige Politikerin der Fünf-Sterne-Bewegung bemüht sich seit ihrem Amtsantritt im vergangenen Jahr, die immensen Probleme der Hauptstadt Italiens in den Griff zu bekommen. Sollten die Gläubiger die Sanierungspläne ablehnen, stünde Atac vor dem Konkurs.

Damit würde aber auch der Stadtverwaltung die Insolvenz drohen. In einem solchen Fall würde die Bürgermeisterin durch einen Regierungsbevollmächtigten ersetzt. Ein Jahr vor der nächsten Parlamentswahl dürfte dies ihrer Partei empfindlich schaden.

Beobachtern zufolge wird die Sanierung des Unternehmens Opfer für die knapp 12 000 Angestellten bedeuten. Die Gewerkschaften haben für den 12. September eine Streik angekündigt.

Atac wird seit Jahren von Vetternwirtschaft, Korruption, Verspätungen und Schwarzfahrern geplagt. Laut einem Bericht der Tageszeitung „Il Messagero“ (Samstag) sind nur noch die Hälfte der 1900 Busse funktionstüchtig.

dpa

stol