<b>Von Stephan Niederegger</b><BR /><BR />Wer immer nur das tut, was er sich zutraut, kann nie über sich hinauswachsen“, lautet Thomas Ludeschers Devise. Sein musikalischer Weg hat als 9-Jähriger auf dem Flügelhorn bei der Harmoniemusik seines Heimatortes Dalaas begonnen hat. Seine nicht immer leichte Kindheit auf dem Vorarlberger Bauernhof, das Aufwachsen mit seinen 6 Geschwistern und der frühe Tod seiner Mutter hätten ihn geprägt, erzählt er. Nach dem Schulabschluss erlernte Thomas den Beruf des Elektrikers – und übte ihn auch aus, bevor er das Trompetenstudium begonnen hat. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1097163_image" /></div> <BR />Der 55-Jährige zählt das Durchhaltevermögen und die hohe Belastbarkeit zu seinen Stärken: „Ich brauche meist den Druck einer Deadline, dann arbeite ich am besten.“ Er hat sich jahrelang ehrenamtlich als Kapellmeister, im Vorarlberger Blasmusikverband als Landeskapellmeister und im Österreichischen Blasmusikverband als Bundeskapellmeister-Stellvertreter engagiert. Er ist einer der wenigen Dirigenten, der alle Besetzungsformen – von Kammermusik über Brass Band und Fanfare-Orchester und von der Dorfkapelle bis zum professionellen Sinfonischen Blasorchester – geleitet hat. Diese Erfahrung hat ihn besonders geprägt. <h3> Der Ideenumsetzer</h3>Als Thomas Ludescher noch jünger war, habe er nicht lange nachgedacht und mitgearbeitet, wo er gefragt wurde, erinnert er sich. Er konnte mit tollen Teams zusammenarbeiten und sowohl landes- wie bundesweit Einiges bewegen und eigene Ideen umsetzen. Zudem habe er immer das Glück gehabt, dass man ihn habe machen lassen, in den Anfängen bei der Musikkapelle zu Hause, bei verschiedenen Projekten und auch im Blasmusikverband. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1097166_image" /></div> <BR />Heute – einige Jahre älter – merke er schon, dass er sich ganz bewusst Auszeiten schaffen muss: „Irgendwann brauchst du einen Ausgleich.“ Dann fährt er mit seiner Frau Christine für ein paar Tage weg und die beiden lassen es sich an besonderen Orten gut gehen, etwa am Gardasee, im Zillertal oder letztens im Pustertal. Es sind dies „Genusstage“, wie er sie nennt, die den Alltag vergessen lassen und an denen es ihm gelingt abzuschalten.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1097169_image" /></div> <h3> Im Studiersessel</h3>Zuhause hat sich der Vorarlberger eine kleine Bücherecke eingerichtet, wo er im Sessel die Partituren studiert, aber auch mit einem Buch in andere Welten und Geschichten eintauchen kann. Dies könne er hier am besten, denn am Schreibtisch im Büro wäre er zu sehr abgelenkt, wenn aus jeder Papierablage, auf jedem Spickzettel und aus jedem Ordner die Arbeit ruft. Er liest gerne Biografien von Persönlichkeiten, Sportlern, Politikern, Freiheitskämpfern und Musikern – letzthin war er fasziniert von der Lebensgeschichte des Apple-Gründers Steve Jobs.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1097172_image" /></div> <BR />Ab und an – „leider viel zu selten“ – fährt er an den rund 45 Minuten entfernten Bodensee, leiht sich ein Segelboot und lässt sich vom Wind über das Wasser tragen und den Gedanken freien Lauf. Während der Corona-Zeit hat er sich diesen Traum erfüllt und den Segelschein gemacht. Als einer, der inmitten der Berge aufgewachsen ist, hat er zwar größten Respekt vor dem Wasser, aber genau dieser Gegensatz fasziniere ihn dann doch auch. Er liebt die Natur und genießt Touren mit dem E-Bike, Spaziergänge, Wanderungen und das Skifahren, wenn und wo immer es die Zeit erlaubt. Er verfolgt neugierig, was sich auf dem Gebiet der Technik im Allgemeinen und besonders in der Musik tut.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1097175_image" /></div> <BR /> Gerade die Künstliche Intelligenz interessiert ihn, obwohl er überzeugt ist, dass sie niemals einen Dirigenten oder Musiker ersetzen könne. Auch wenn KI vielleicht einfache Musik erstellen könne, so fehlten ihr dennoch die Emotionen und die Kreativität, die letztendlich gute Musik ausmachen, ist er überzeugt. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67385214_listbox" /><h3> Als Konzertbesucher</h3>Thomas besucht gerne und viele Konzerte und setzt sich als „anonymer Zuhörer“ in ein Sinfoniekonzert, um die Musik ganz unvoreingenommen zu genießen. Der praxisnahe Unterricht und die Arbeit vor Ort mit einem Orchester zählen zu den Markenzeichen seines Unterrichts. Dieses Wochenende ist er mit seinen Studenten bei einem Seminar bei der Niederösterreichischen Militärmusik in St. Pölten. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1097178_image" /></div> <BR />Danach wartet schon ein weiteres Projekt: Es gilt nämlich, das „Bozner Dirigentenforum“ vorzubereiten, das vom 11. bis zum 15. Februar 2025 vom Bozner Musikkonservatorium und dem Verband Südtiroler Musikkapellen (VSM) organisiert wird. Aber bis dahin gibt es auch wieder ein paar Genusstage zum Ausspannen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67385212_listbox" />