Er weiß, was für ein Potenzial in den Vierbeinern schlummert und wie man es aktivieren kann. <BR /><BR />Schnauze. Wer einen Hund begreifen möchte, sollte sich ihm zunächst einmal von der Schnauze aus annähern und die feuchte Hundenase inspizieren. Das hochsensible Riechorgan beinhaltet bis zu 300 Millionen Riechzellen, die Riechschleimhaut kann bis zu 200 Quadratzentimeter umfassen. Zum Vergleich: Die menschliche Nase ist mit 10 bis 30 Millionen Riechzellen dotiert. Dank ihrer Nase vermögen Hunde über eine Million verschiedene Gerüche wahrzunehmen. „Hundenasen sind echte Hochleistungsorgane, folglich nehmen Hunde die Welt primär über ihren Geruchssinn wahr“, weiß der erfahrene Hundetrainer Christian Romen. <BR /><BR />Ihr Riechorgan befähigt Hunde, nach Vermissten zu suchen (Mantrailing) und Dinge wie Drogen, Sprengstoff oder gar Schwarzgeld aufzuspüren. Wie läuft das ab? „Es geht darum, die genetischen Eigenschaften der Vierbeiner gezielt zu fördern und zu verstärken, indem man sie konditioniert“, weiß Romen. Mit speziellen Trainingseinheiten wird dem Hund beigebracht, wonach er suchen soll, das Lernen erfolgt durch Belohnung. Je nach Vorlieben des Hundes kann diese Belohnung unterschiedlich ausfallen. Der Experte spricht von einem Vierer-Kleeblatt: Futter, Streicheln (Zuneigung zeigen), Spielen (z.B. mit Ball) und Beißen bzw. Beknabbern (mit Beißwurst, Beißkissen). <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1334601_image" /></div> <BR /><BR />Mehrere Faktoren spielen eine Rolle bei der Frage, welche Rassen für welche Aufgaben am besten geeignet sind. Der Belgische Schäferhund etwa erweist sich dank seiner hohen Ausdauer und Lernfähigkeit als perfekt für die Sucharbeit bei Rettungsdiensten oder Polizei, während Labrador und Golden Retriever wegen ihrer Belastbarkeit und ihrer Menschenfreundlichkeit hervorragende Dienste als Assistenzhunde verrichten. <BR /><BR />Assistenzhunde dienen zur Begleitung von Menschen mit Behinderungen oder Erkrankungen. Auch in diesem Bereich haben sich Romen und sein Team Expertise erworben. Eine spezifische Ausbildung genossen etwa ein Diabetes-Warnhund (Signalhund), ein Assistenzhund für einen Menschen im Autismus-Spektrum und ein weiterer für eine Person mit PTBS, die an den Folgen eines Traumas leidet. <BR /><BR />„Alles in allem bilden wir auf unserem Trainingsgelände in Oberplanitzing in Kaltern Jahr für Jahr zwischen 800 und 1.000 Teams aus“, beziffert Romen die Größenordnung. <BR /><BR />Im Laufe von fast 25 Jahren habe sich das Gewerbe enorm weiterentwickelt, die Ansprüche an die Hunde seien genauso gestiegen wie an die Ausbildung. „Die moderne Ausbildung setzt auf Motivation, Vertrauen und wissenschaftlich fundierte Methoden“, weiß er. <BR />Der erfahrene Hundetrainer ist fasziniert, wie feinsinnig Hunde auf menschliche Stimmungen reagieren, wie sehr sie sich auf den Menschen einstellen können. <BR /><BR />Die wichtigste Grundlage dafür bilde die richtige Kommunikation: „Gelingt es dem Hundehalter, klar, fair und konsequent zu kommunizieren, dann ändert sich oft schlagartig das Verhalten.“