<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Im Alter werden Kaninchen und Meerschweinchen ruhiger. Das heißt, sie brauchen abwechslungsreiches und gesundes Futter mit vielen Gräsern, Blattgemüse und Heu. Auf Trockenfutter sollte man verzichten, da dieses häufig Zucker enthält – nicht nur schädlich für die Zähne, sondern auch für die Verdauung. <BR /><BR />Langhaar-Meerschweinchen und Langhaar-Kaninchen sollte man regelmäßig bei der Fellpflege unterstützen und abgestorbene Haare herauskämmen. Für die Pflege können Kämme oder Bürsten aus dem Babybereich verwendet werden. Diese sind sehr weich und können die Tiere nicht verletzen. <BR /><BR /><b>Wichtig:</b> Keine Pflegeprodukte für Menschen verwenden und immer mit der Haarwuchsrichtung bürsten. Zudem kann das lange Fell gestutzt werden, wenn es den Boden berührt, damit es die Tiere nicht beim Laufen behindert. Das ist vor allem im Winter sinnvoll, wenn die Tiere draußen gehalten werden.<BR /><BR />Kaninchen und Meerschweinchen mögen Gewohnheiten – Veränderungen stressen sie und wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Daher sollten vor allem im Alter Fütterungsroutinen eingehalten werden. Auf das Vergesellschaften mit anderen Artgenossen sollte man jetzt lieber verzichten, außer ein Partnertier verendet und das Kaninchen oder Meerschweinchen wäre sonst allein. Dann gilt: beim Zusammenführen besonders behutsam und langsam vorgehen.<h3> Altersgerechtes Gehege</h3>Das Gehege wird gegebenenfalls altersfreundlich eingerichtet, das heißt, bei Tieren mit Problemen im Bewegungsapparat können zusätzliche Rampen, die mit Teppich beklebt werden, einziehen. Diese erleichtern den Zugang zu anderen Ebenen. <BR /><BR />Das Gehege wird mit zusätzlichen Rückzugsmöglichkeiten, kühlen Stellen und gut zugänglichen Schattenplätzen ausgestattet. Die Einstreu darf im Alter etwas dicker sein, also ruhig mehr Einstreu und Stroh verwenden, um weiche Liegeplätze zu schaffen. Einige Kleintiere mögen auch Teppich oder Kuschelhöhlen. <h3> Krankheiten</h3>Nimmt ein Meerschweinchen oder Kaninchen im Alter deutlich zu oder ab, sollte man das vom Tierarzt abklären lassen, da das auf Erkrankungen hindeutet.<BR /><BR />Um Krankheiten früh erkennen und behandeln zu können, sollten die Nagetiere einmal pro Woche einem Gesundheitscheck unterzogen werden. Ebenso eignet sich ein täglicher Kurzcheck bei der Fütterung, um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Kleintiere sind anfällig für viele Krankheiten, jedoch verbergen sie diese oft sehr lange. Kaninchen und Meerschweinchen sind Fluchttiere. Sind sie krank, werden sie in der freien Natur zu leichter Beute für Fressfeinde. Aus diesem Grund zeigen sie Krankheiten oder Schmerzen selten.<h3> Gesundheits-Checkliste</h3>Besonders bei alten Kaninchen und Meerschweinchen ist ein Gesundheitscheck Pflicht. Mindestens einmal pro Tag sollte jedes Tier gut beobachtet werden. Dabei werden Fressverhalten, der Umgang mit Artgenossen, der Kot und das allgemeine Verhalten beobachtet. <BR />Auf Experten-Webseiten gibt es ausführliche Checklisten mit Beispielfotos, die vor allem für unerfahrene Kleintierhalter hilfreich sind, Auffälligkeiten zu entdecken. Zusammenfassend kann man sagen, dass folgende Anzeichen dafürsprechen, dass ein Kaninchen oder Meerschweinchen gesund ist:<BR /><BR />•die Augen sind klar und sauber, nicht verklebt, trüb oder tränend;<BR />•Ohren, Nase und Maul sind trocken und nicht verkrustet, gerötet oder nass;<BR />•das Fell glänzt, liegt dicht an und weist keine verfilzten, schuppigen oder kahlen Stellen auf (Tipp: locker sitzende Haare regelmäßig herauszupfen oder herauskämmen);<BR />•die Krallen sind nicht übermäßig lang, sondern gut abgenutzt (Tipp: raue Steinplatten im Gehege verteilen);<BR />•die Zähne sind gerade, gleichmäßig abgenutzt, nicht stark verfärbt und ebenfalls nicht zu lang (Tipp: Heu und faserreiche Lebensmittel reiben die Zähne natürlich ab);<BR />•das Tier frisst normal und hat einen guten Appetit;<BR />•der After ist sauber und nicht verklebt – normal ist, wenn er von etwas öligen Haaren umgeben ist.<BR /><BR />Ein- bis 2-mal pro Monat sollten alle Tiere gewogen werden, damit ein Gewichtsverlust auffällt. Das Wiegen erfolgt immer zur gleichen Zeit (beispielsweise vor der Abendfütterung). Am besten werden ein kleiner Teppich und etwas Lieblingsfutter auf eine Babywaage gelegt und schon kann das Tier stressfrei draufhüpfen. Einmal jährlich sollte eine Kotprobe auf Parasiten untersucht werden. Am besten sammelt man an 3 aufeinanderfolgenden Tagen etwas Kot und bringt diesen zum Tierarzt.