Für Herlinde Menardi, Leiterin des Tiroler Volkskunstmuseums, steckt Persönliches in der Sonderausstellung: „Ladinia dem Museumsbesucher näher zu bringen und die Vielfalt dieser Region zu zeigen, war für mich Herzensangelegenheit.“ Um dem Anspruch der Vollständigkeit gerecht zu werden, wurde in der Ausstellung vor allem auch auf eines großen Wert gelegt: „Die gesamte Präsentation, wie auch der Katalog zu ‚Ladinia‘ sind dreisprachig: Deutsch, Ladin Dolomitan und Italienisch“, erklärte Menardi bei der Ausstellungseröffnung.Neben dem Element des gesamtladinischen Identitätsempfindens sind auch das religiöse Leben im Gadertal, der Altarbau im Grödental, der Carneval im Fassatal sowie die Entdeckung der Dolomiten durch Alpinismus und Tourismus Themen der Sonderausstellung. Diese miteinander in Beziehung stehenden und doch separat zu betrachtenden Bereiche finden ihren Kulminationspunkt in einem Sammelsurium von Identitätsmittlern und dem wirtschaftlichen Mehrwert der „Marke Ladina“: Eine Jacke im „Ladins-Style“ hängt neben der ladinischen Fahne oder einer Ladins-Schokolade und regt in dieser Konstellation zum Reflektieren an. Der Besucher soll sich die Frage stellen: „Wohin geht Ladinien und wohin wollen es seine Protagonisten führen?“ Ausstellungsstücke aus LadinienDie aus dem ladinischen Gebiet stammenden Objekte werden durch das Sujet der Sonderausstellung, das dem Grundriss einer Hand nachempfunden ist, gekennzeichnet. Einigen Objekten in der Dauerausstellung sind Werke von zeitgenössischen ladinischen Künstlern gegenübergestellt, die neue Blickwinkel eröffnen können. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen historischen Formen, moderner Interpretation und kommunikativer Deutung, die auch den Facettenreichtum dieser Identitätssuche widerspiegeln. Die Ausstellungsarchitektur des Südtiroler Architekten Benno Simma wird dem gerecht. Sie leitet durch verschiedene Segmente historischer Kultur und zeigt deren identitätsstiftende Bedeutung in der Gegenwart.