Samstag, 21. Mai 2016

Tod wegen Uran-Munition: Italien verurteilt

Das italienische Verteidigungsministerium in Rom ist zweitinstanzlich zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von zwei Millionen Euro wegen des Todes eines Soldaten verurteilt worden, der nach einer Mission in Bosnien am sogenannten Balkan-Syndrom erkrankt ist.

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Das „Balkan-Syndrom“ wird mit den gesundheitsgefährdenden Auswirkungen der schwach-radioaktiven Uran-Munition in Verbindung gebracht, die von den USA am Balkan, in Somalia und im Irak verwendet wurde.

Dem Ministerium wird Fahrlässigkeit vorgeworfen. Es soll die Gesundheit des aus Sardinien stammenden Soldaten Salvatore Vacca nicht geschützt haben. Dabei sei das Ministerium über die Gefährlichkeit des schwach-radioaktiven Urans informiert gewesen, hieß es im Urteil.

Der Soldat hatte sich in den Jahren 1998 und 1999 an einer Mission in Bosnien beteiligt und war im September 1999 im Alter von 23 Jahren an einer akuten Form von Leukämie erkrankt, nachdem er mit Uran-Munition in Kontakt gekommen war. Den Antrag auf Entschädigung hatten seine Eltern gestellt.

Das Urteil wurde von einem Berufungsgericht in Rom gefällt. Die Ärzte hatten radioaktives Material für die Erkrankung des Soldaten verantwortlich gemacht.

apa

stol